Klaffende Wunden, Blut, Leichen: Mit einem Schockvideo will die Polzei aus Wales junge Leute davon abhalten, ihr Handy am Steuer zu benutzen. Von Dominik Mai

Gwent - Drei junge Frauen sind im Auto in Südwales unterwegs. Die Stimmung ist ausgelassen, es wird viel gelacht. Währenddessen schreibt die Fahrerin eine SMS. Sie ist abgelenkt, schaut nicht mehr auf die Straße. Da passiert es: Sie gerät in den Gegenverkehr, prallt direkt in ein entgegenkommendes Auto. Die Fahrerin überlebt, für die beiden Freundinnen ist es zu spät. Im anderen Auto sterben eine Mutter und ein Vater. Das Baby der beiden ist offensichtlich unverletzt.
Diese Szene - so realistisch sie klingt, ist erfunden. Erfunden von der Polizei der britischen Grafschaft Gwent. Mit professionellen Filmern, Schulen und 300 Jugendlichen aus der Region hat sie ein Video produziert. "COW" heißt es, benannt nach der jungen Frau am Steuer, Cassie Cowan. Es zeigt brutal und sehr real, was immer häufiger Grund für Verkehrsunfälle ist: Handy am Steuer kann tödlich sein. Klaffende Wunden, Blut, Emotionen - das soll vor allem junge Leute abschrecken. Der Clip, auf der Seite der Polizei zu sehen, ist nichts für schwache Nerven.
Der komplette Film dauert rund 30 Minuten. Mit ihm will die Polizei durch die Schulen ziehen, um mehr junge Leute mit den dramatischen Szenen zu sensibilisieren. Kultcharakter hat er jetzt schon: Auf dem Videoportal YouTube wurde der Vier-Minuten-Ausschnitt millionenmal angeclickt.
Das Actionvideo wirkt mit den erschreckenden Bildern, den schnellen Schnitten und der Brutalität besonders bei Jugendlichen. Ist es zu gewalttätig? Oder ist es genau dieses Element, das die Botschaft am Besten vermitteln kann? Die walisische Polizei ist sich sicher, dass die Bilder helfen werden, mehr tödliche Unfälle zu verhindern. Doch in den USA ist inzwischen eine Diskussion entbrannt, ob man "COW" zeigen darf oder nicht. Bei YouTube ist das Video inzwischen nur noch für registrierte Benutzer über 18 zu sehen. (Dominik Mai)
Hinweis: Die Redaktion hat sich entschieden, das Video an dieser Stelle nicht zu zeigen. Wenn Sie es trotz der drastischen Darstellungen sehen möchten, klicken Sie hier.
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