Tschüss, wieder einmal: Harald Schmidt hat sich am Donnerstag in die Sommerpause verabschiedet. Seine Trennung von Sat.1 nahm der Entertainer mit viel Humor - zu Recht. Von Sascha Borowski

"Sommerpause schon im Mai? Das ist die böse Klimaerwärmung", stellt Harald Schmidt fest - und zelebriert seinen Abschied von der Late-Night-Show, der eigentlich keiner ist. Im weißen Kapitänsanzug salutiert er auf dem Dach seines Studios in Köln und lässt zum Trompetenspiel die Sat.1-Fahne einziehen.
Ja, es hätte das Ende sein können am Donnerstagabend für den Spötter. Schlechte Quoten, die mehr oder weniger einvernehmliche Trennung von Sat.1 nach nur einem halben Jahr. Es sah nicht gut aus für Dirty Harry - wenn da nicht Sky gekommen wäre. Der Bezahlsender nahm Harald Schmidt bei sich auf - für sein Image und wohl auch in der Hoffnung, potentiellen Abonnenten neben König Fußball ein weiteres Argument zu bieten.
Ob's funktionieren wird? Harald Schmidt jedenfalls macht keinen allzu traurigen Eindruck bei seiner letzten Show im Free-TV am Donnerstag. "Es war eine schöne Zeit hier auf Sat.1, dass sage ich hier ganz ehrlich und unverschlüsselt", frozzelt er. Und schildert dann das große Problem aller Moderatoren, die Zuschauer irgendwie abzuholen. Er selbst macht es dann in seinem Januar - und holt ein Ehepaar zuhause ab und fährt es in die Show. Wie nett.
Harald Schmidts letzter Studiogast in dieser Staffel, bei diesem Sender, ist ausgerechnet Sat.1-Urgestein Ulrich Meyer. Ein Zufall? Gelungen ist das fröhliche Geplänkel auf jeden Fall, denn Meyer entpuppt sich als witziger Talkgenosse. Einen Rettungsring und Schwimmflügel für Dirty Harrys Einstieg beim Sky-Sender Atlantic HD ab 11. September bringt er gleich mit.
Und dann kommt sie doch, die Sommerpause. Und zwar in Person von Comedian Olli Dittrich. Er betritt im gelben Ganzkörperkostüm mit Sonnenstrahlen auf dem Kopf und Blumen vor dem Bauch das Studio in Köln-Mühlheim. "Ich bin die Sommerpause und ich komme dich zu holen", sagt er und nimmt Harald Schmidt an die Hand. Der lässt sich vor die Tür bringen. "Und, wie war der Tag heute?", fragt die Sommerpause. "Schön", sagt Harald Schmidt und packt den bunten Sat.1-Ball unter den Arm. "Wir haben gespielt."
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