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Saubere Trennung: Schule in England: Farbe der Krawatte kennzeichnet Leistungsniveau

Saubere Trennung

Schule in England: Farbe der Krawatte kennzeichnet Leistungsniveau

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    Beim Versicherungsvertreter Wolfgang Neumeier fällt der Schlips bei hohen Temperaturen schon einmal.
    Beim Versicherungsvertreter Wolfgang Neumeier fällt der Schlips bei hohen Temperaturen schon einmal.

    Woran erkennt man in der Schule einen Einserschüler? An der dicken Brille? An dem Bücherstapel, hinter dem er stets sitzt, sodass nur noch die Haarspitzen zu sehen sind? Vielleicht auch. Aber am eindeutigsten erkennt man es an seiner Krawatte. Genauso wie den faulen Schüler und den mittelprächtigen. Klingt verrückt? Ist aber Realität an einer Schule in England.

    Wie der Guardian veröffentlicht hat, werden die Schüler in der Londoner Schule mit elf Jahren in verschiedenen Leistungsklassen eingeteilt. Nur so könne man in der heutigen leistungsorientieren Gesellschaft überstehen, argumentieren die Lehrer. Darum werden die Schüler voneinander abgegrenzt unterrichtet. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Sie sitzen in unterschiedlichen Gebäuden. Diese sind durch verschiedene Farben gekennzeichnet. Ihre Pausenhöfe sind durch Zäune getrennt. Letztlich vollends gebranntmarkt werden die Kinder durch ihre Schuluniform: Passend zu ihrem Leistungsniveau müssen sie eine bestimmte farbige Krawatten tragen. Gewonnen haben die Schüler mit lila Krawatten. Sie sind "begabt und talentiert", heißt es in der Erklärung der Schule.

    Man hilft den Schülern damit

    Der Schulleiter sagte dem Guardian: "Das Mischsystem an staatlichen Schulen hat gezeigt, dass es gescheitert ist - unser Modell erlaubt den Schülern, auf ihrem eigenen Niveau zu arbeiten und die Unterstützung zu bekommen, die sie brauchen". Er ist der Meinung, man helfe den Schülern damit.

    Die Meinungen der Schüler gehen auseinander: Die einen sind froh, die anderen empfinden, dass die "lila" Schüler auf sie herabschauen. Eine Schülerin erzählt, es seien richtige Kämpfe zwischen den Schülern der drei "Unterschulen" ausgebrochen. Freundschaften wurden durch die Trennung jäh beendet.

    Auch im Forum der Guardian-Homepage wird das Thema heiß diskutiert. "Was für ein abscheuliches System", schreibt ein Internetnutzer. "Der Schulleiter ist ein brutaler Bastard. Er sollte gefeuert werde", schreibt ein anderer. Ein dritter lässt seinen Assoziationen und Emotionen völlig freien Lauf und schreibt: "Schön zu sehen, dass die Apartheid wieder da ist."

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