Echte Fans wissen, was ein Belgischer Kreisel oder ein "Tsukahara" ist. Sie nicht? Macht nichts, steht ja jetzt alles im Duden. Von Katharina Gaugenrieder

Wenn man als Gelegenheits-Fußballfan aus Versehen Karten für den gegnerischen Fanblock erstanden hat, dann ist das zunächst einmal ein Eigentor, man könnte auch sagen ein böses Foul.
Gut möglich, dass man während des Spiels k.o. geht, wenn man nicht einen klugen Schachzug in der Hinterhand hat, die hohe Hürde nimmt und mit dem Gegner in dessen Fangesänge einstimmt.
Die Sprache des Sports, sie hat sich schon lange in unseren Alltagswortschatz eingeschlichen - Grund genug für die Duden-Redaktion ihr in der Reihe "Thema Deutsch" einen eigenen Band mit dem Namen "Flickflack, Foul und Tsukahara" zu widmen.
Hier finden sich, für alle die sportlich am Ball bleiben wollen, auf 320 Seiten beinahe wissenschaftliche Abhandlung zu den mannigfaltigen Partituren der deutschen Fangesänge (Schiri, hol den Wettschein raus), Texte zu Fußballmetaphern und über den Wortschatz im Lauf- und Pferdesport, beim Tennis, Turnen und Handball.
Daneben gibt es allerhand Nützliches zu erfahren, etwa woher Vereine ihren Namen haben und was es mit Unermüdet Hamburg und Tapfer Leipzig auf sich hat. König Fußball, dem die meisten Begriffe entlehnt sind, ist dabei der komplette zweite Teil des Buches gewidmet. Dialekteinflüsse (Bänkliwärmer für Ersatzspieler in der Schweiz) kommen hier ebenso vor wie der Wortschatz der Sportreporter.
Heute bedienen sich auch Politik und Wirtschaft gerne in der Wortwelt des Sports. Konzerne sind angeschlagen, Politiker zeigen einander in steter Regelmäßigkeit die Rote Karte, manchmal zäumen sie das Pferd auch von hinten auf, vollführen gar eine Rolle rückwärts - und reißen am Ende doch die Latte.
Nachtrag: der Belgische Kreisel stammt Rad-, der "Tsukahara" aus dem Turnsport. Mehr Begriffe? Quiz lösen!
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