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Islamistenaufstände: Straßenschlachten und Proteste: Dutzende Tote in Bangladesch

Islamistenaufstände

Straßenschlachten und Proteste: Dutzende Tote in Bangladesch

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    Bei Demonstrationen für härtere Blasphemiegesetze sind in Bangladesch mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen.
    Bei Demonstrationen für härtere Blasphemiegesetze sind in Bangladesch mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen. Foto: dpa

    Bei Demonstrationen für härtere Blasphemiegesetze sind in Bangladesch mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen. Zudem seien Teile der Hauptstadt Dhaka durch die Zusammenstöße zwischen Anhängern der radikalen Bewegung Hefajat-e-Islam und der Polizei in ein Schlachtfeld verwandelt worden, sagte ein Polizist der Nachrichtenagentur AFP am Montag. Der in einem Krankenhaus stationierte Beamte sprach von elf Todesopfern in der Klinik, darunter ein Polizist.

    Aufstände in Bangladesch eskalieren: Krankenhäuser bestätigen Tote

    Drei private Krankenhäuser bestätigten zudem, dass auch bei ihnen elf Leichen eingeliefert worden seien. Zuvor waren rund 200.000 Anhänger der neu gegründeten Hefajat-Bewegung am Sonntag auf mindestens sechs Autobahnen in Richtung Dhaka marschiert und blockierten dort den Verkehr. Auch die Verbindung zum wichtigsten Hafen des Landes, Chittagong, war blockiert. Vor der größten Moschee des Landes gab es Straßenschlachten mit der Polizei. Hunderte Menschen wurden dabei verletzt. Hefajat-Funktionäre drohten der Regierung in Reden mit einem Umsturzversuch, falls ihre Forderungen nicht erfüllt werden.

    Die Textilindustrie in Bangladesch

    Kleidung ist Bangladeschs Hauptexportgut. 79 Prozent der Ausfuhren sind Textilien, die vor allem nach Europa und in die USA geliefert werden. «Made in Bangladesh» steht auch auf zahlreichen T-Shirts, Hemden, Blusen und Unterwäsche, die es in Deutschland zu kaufen gibt. Das südostasiatische Land war 2011 der viertgrößte Lieferant von Textilien für die Bundesrepublik.

    Obwohl Bangladesch in den vergangenen zwei Jahrzehnten Fortschritte gemacht hat, ist es noch immer ein Entwicklungsland. Fast ein Drittel der 164 Millionen Einwohner leben unterhalb der Armutsgrenze von 1,25 US-Dollar. Viele Menschen sind unterernährt.

    Die niedrigen Lohnkosten in Bangladesch haben dazu geführt, dass viele Unternehmen in den vergangenen Jahren das Land als Produktionsstandort für Textilien entdeckten. Derzeit gibt es mindestens 5000 Textilfabriken mit mehreren Millionen Beschäftigten, die meisten davon junge Frauen.

    Die Arbeits- und Sozialstandards werden von Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) immer wieder kritisiert. So würden keine Frauen über 30 in den Fabriken beschäftigt, da sie die 13- bis 16-Stunden-Schichten nicht schafften. Gewerkschaften würden nur selten toleriert. Außerdem gebe es kaum Kontrollen, sodass der Arbeitsschutz nicht gewährleistet sei.

    Bangladesch: Islamistische Bewegung fordert strengere Gesetze

    Die islamistische Bewegung verlangt die Umsetzung eines 13-Punkte-Plans: Dazu zählen die Einführung der Todesstrafe für Gotteslästerung, die Wiedereinführung der Bezugnahme auf Allah in der Verfassung und eine strikte Geschlechtertrennung. Zudem fordert Hefajat-e-Islam verpflichtenden Religionsunterricht und die Beschränkung der Aktivitäten christlicher Missionare. AFP/AZ

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