Samstag, 25. Mai 2013

26. Oktober 2011 14:31 Uhr

Untersuchung

TÜV-Report zeigt: Fast jeder zweite Bus in Deutschland hat Mängel

Mit dem Alter kommen die Probleme - das gilt anscheinend auch für Linien- und Reisebusse. Dennoch blieben Busse das sicherste Verkehrsmittel, so der TÜV.

Besonders oft gibt die Beleuchtung Anlass zur Sorge: Fast in jedem fünften Bus war diese defekt. (Archivfoto)
Foto: dpa

Für den Bus-Report 2011, der am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde, hat der TÜV die Ergebnisse von 50.000 Hauptuntersuchungen ausgewertet, die für Busse jährlich vorgeschrieben ist. Mängelfrei waren dabei 55,5 Prozent der überprüften Fahrzeuge. Erhebliche Mängel stellten die Experten bei 13,8 Prozent der Busse fest: Sie erhielten zunächst keine Plakette, sondern mussten erst eine Werkstatt aufsuchen. Geringe Mängel wiesen 30,5 Prozent auf. Aus dem Verkehr gezogen werden musste jeder 500. Bus (0,2 Prozent), also rund 100 Fahrzeuge.

Am meisten Probleme bei der Beleuchtung

Besonders häufig beanstandet wurden Mängel an der Beleuchtung (19,4 Prozent). Es folgten Fehler an Motor und Antrieb (5,2 Prozent), an der Vorder- und Hinterachse (5,0 Prozent) und Korrosion an tragenden Teilen (4,9 Prozent). Die Bremswirkung war bei 4,0 Prozent aller Busse eingeschränkt, bei 2,6 Prozent stellte der TÜV ein zu großes Lenkungsspiel fest. Mängel bei der Fahrgastsicherheit, zum Beispiel defekte Notausstiege oder fehlende Feuerlöscher, wurden bei 2,4 Prozent der Fahrzeuge registriert.

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Im Durchschnitt 8,8 Jahre alt

Je älter ein Bus ist, umso öfter traten erhebliche Mängel auf. So lag die Mängelquote in diesem Bereich bei einem einjährigen Bus bei 4,5 Prozent, nach sieben Jahren hatte sie sich fast verfreifacht (12,4 Prozent). Bei 20-jährigen Bussen registrierten die Experten in 26,9 Prozent der Fälle erhebliche Mängel. Die in Deutschland zugelassenen Busse haben ein Durchschnittsalter von 8,8 Jahren.

"Kontrollen nicht ganz ernst genommen"

Busse blieben das sicherste Verkehrsmittel, betonte Klaus Brüggemann vom TÜV-Verband. Die gesetzlichen Sicherheitsanforderungen seien hoch. So müsse der Fahrer vor der Abfahrt eines Busses bestimmte Kontrollen durchführen. Die hohe Zahl vermeidbarer Mängel beispielsweise bei der Beleuchtung sehe er allerdings als Indiz dafür, «dass diese Abfahrtskontrollen nicht so ganz ernst genommen werden». Auch Öllecks im Motorraum, die ein hohes Brandrisiko beinhalteten, seien bei einer solchen Kontrolle erkennbar. «Das sollte eigentlich nicht zu einer Mängelquote von 12 Prozent führen.»

Busunternehmen rief der TÜV auf, gerade bei älteren Fahrzeugen rechtzeitig Instandhaltungsarbeiten vorzunehmen. Verbraucher wiederum, die eine Busreise planten oder organisierten, sollten die Angebote genau prüfen und nicht nur auf den Preis achten. Sicherheit gebe es nicht zum Nulltarif. «Wenn der Einzelne immer weniger bereit ist, für einen hohen Qualitätsstandard Geld auszugeben, spart er am Ende auch an der Sicherheit.» dapd/AZ

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TÜV | TÜV-Report | Mängel