Nach Entdeckung der Nazi-Terrorzelle stoppt das Bundesland Thüringen vorerst seine aktuelle Imagekampagne. "Wir werden in diesem Jahr keine Anzeigen mehr schalten", erklärte der für die Kampagne zuständige Wirtschaftsminister des Landes Matthias Machnig (SPD) der "Thüringer Allgemeinen" in ihrer Donnerstagsausgabe. Die nun bekannt gewordenen Taten Thüringer Neonazis bedeuteten einen "schweren Imageschaden für das Land". Die Fortsetzung der Kampagne würde da derzeit nur "kontraproduktiv" wirken.
Thüringen setzt wegen Terrorgruppe Imagekampagne vorerst aus
Die Standortkampagne unter dem Leitspruch "Das ist Thüringen" war erst heuer im Sommer gestartet. Die Zwickauer Neonazi-Gruppe soll hinter der Mord-Serie an neun Migranten in den Jahren 2000 bis 2006 stehen und 2007 zudem eine Polizistin erschossen haben. Die Ermittlungen setzten auch dem Thüringer Verfassungsschutz zu. Bevor Beate Z. und ihre beiden Komplizen Uwe M. und Uwe B. 1998 abtauchten, hatten sie im Visier der Sicherheitsbehörden gestanden. AFP