Wie die französische Polizei berichtete, wurde der tote Passagier am Morgen an Bord des Bergungsschiffs "Ile de Sein" geholt. Durch die lange Zeit in knapp 4000 Metern Tiefe auf dem Meeresgrund sei der Leichnam in einem schlechten Zustand. Nun werde geprüft, ob eine Untersuchung des Genmaterials noch möglich sei, um die Identität festzustellen.
Die Polizei wies darauf hin, dass bislang noch nie Leichen nach so langer Zeit aus solcher Tiefe aus dem Meer geholt wurden. "Es herrscht weiterhin starke Unsicherheit, ob die Bergung weiterer Leichen technisch machbar ist."
Experten waren eigentlich davon ausgegangen, dass die Leichen durch die lange Zeit bei niedrigen Temperaturen und geringem Sauerstoffgehalt auf dem Meeresgrund gut erhalten sein könnten. Durch die Bergung und den Kontakt mit der Luft könnten sich die sterblichen Überreste aber schnell zersetzen. Unter den Angehörigen ist umstritten, ob die Todesopfer überhaupt geborgen werden sollen.
Die Air-France-Maschine mit 228 Menschen an Bord, darunter 28 Deutsche, war am 1. Juni 2009 aus noch unbekannter Ursache über dem Atlantik abgestürzt. Es war eine der schwersten und zugleich rätselhaftesten Katastrophen in der französischen Luftfahrt: der Absturz des Airbus A330-203 des Air France-Linienflugs AF 447 sorgt noch immer für Rätsel. Nachdem nun die beiden Flugschreiber des Airbus gefunden wurden, hoffen die Behörden auf eine Klärung. afp/AZ