Das erste Sturmtief des Jahres namens "Ulli" ist in der Nacht zum Mittwoch über Deutschland hinweggefegt - das nächste ist schon im Anmarsch und könnte genauso heftig werden wie einst "Kyrill". Orkantief "Andrea" ist derzeit noch ein relativ harmloses Tiefdruckgebiet kurz vor Island. Laut dem deutschen Wetterportal "Wetter.net" zieht "Andrea" dann "unter massiver Verstärkung" Richtung Mitteleuropa und entwickelt sich dabei zum Orkantief.
"In etwa der Kerndruck von Kyrill"
Die Befürchtung der Meteorologen: "Andrea" könnte sich dabei auch ganz nebenbei zu einer Art neuer "Kyrill" entwickeln. Wenn Orkantief "Andrea" am Donnerstagmorgen über Norddänemark ankommt, wird es einen "Kerndruck von knapp unter 960 Hektopascal aufweisen", schreibt "Wetter.net": "Dies entspricht in etwa dem Kerndruck, den Orkan Kyrill im Januar 2007 erreicht hat."
Der Kerndruck ist jedoch nicht allein entscheidend für die Intensität des Orkans - ebenfalls ist der Luftdruckunterschied zwischen verschiedenen Regionen. Bei "Kyrill" waren es von Nord- nach Süddeutschland 51 Hektopascal. Für "Andrea" wird mit Luftdruckunterschieden zwischen 35 und 50 Hektopascal gerechnet, doch die Meteorologen sind sich noch nicht ganz einig. Es deute aber einiges "auf eine ähnliche Entwicklung wie bei Kyrill hin", erklärt Experte Dominik Jung von "Wetter.net".
DWD: "Schwere Sturmböen und orkanartige Böen"
"Andrea" könnte den Befürchtungen einiger Meteorologen für massive Einschränkungen im deutschlandweiten Straßen-, Flug- und Bahnverkehr verursachen. An einigen Flüssen könnte es wegen des starken Regens zu kräftigen Pegelanstiegen kommen, so "Wetter.net". Die Schneefallgrenze könnte unter 500 Meter sinken, in den Alpen sind bis Sonntag 50 bis 100 Zentimeter Neuschnee möglich.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet damit, dass die stärksten Böen auf den Gipfeln der Alpen sowie des Schwarzwaldes auftreten. Es müsse mit schweren Sturmböen und orkanartigen Böen gerechnet werden, so der DWD.