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Limoges: Verlassenes Dorf kommt unter den Hammer

Limoges

Verlassenes Dorf kommt unter den Hammer

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    In Frankreich kommt ein verlassenes Dorf unter den Hammer. Ein interessierter Investor will für das winzige Courbefy 330.000 Euro zahlen.
    In Frankreich kommt ein verlassenes Dorf unter den Hammer. Ein interessierter Investor will für das winzige Courbefy 330.000 Euro zahlen. Foto: dpa

    Seit Jahren liegt das winzige Dorf Courbefy in Westfrankreich verlassen da. Die 19 Häuser sind zerfallen, die Ställe stehen leer und auch der Tennisplatz hat schon lange keinen Spieler mehr gesehen. Mehrmals wurde versucht, aus dem nahe der westfranzösischen Stadt Limoges inmitten der Berge Monts de Châlus gelegenen Weiler einen Tourismuskomplex zu machen. Doch alle Vorhaben scheiterten, die Investoren gingen pleite. Nun kommt Courbefy unter den Hammer: Die Gläubigerbank Crédit Agricole will das ganze Dorf verkaufen.

    Die erste Versteigerung platzte: Niemand wollte 300.000 Euro hinlegen

    Ein erster Anlauf ging am 20. Februar allerdings daneben: Bei einer Versteigerung fand sich kein Käufer, der für das Dörfchen 300.000 Euro zahlen wollte. Immerhin fand die ungewöhnliche Auktion reichlich Echo in den Medien. Und das nicht nur in Frankreich. "Auf einmal bekamen wir Anfragen aus aller Welt", freut sich Anwalt Paul  Gérardin, der die Bank vertritt. Er habe an mehr als 150 Interessenten die Unterlagen geschickt: An Belgier, Briten, Schweizer, Russen, Chinesen und potenzielle Investoren aus dem Nahen Osten.

    Eine Firma aus New York will das Dörfchen jetzt für 330.000 Euro kaufen

    Anfang März flatterte dem Anwalt schließlich ein konkretes  Angebot auf den Tisch - von der New Yorker Firma AHAE Press Inc.. Deren Eigentümer ist der aus Korea stammende Landschaftsfotograf Ahae Jeong, dessen Ausstellung "Through my window" ab dem 26. Juni  im Pariser Louvre gezeigt werden soll. Der Künstler ist nach Angaben Gérardins bereit, den Kaufpreis plus zehn Prozent Aufschlag  zu zahlen, also 330.000 Euro. Dies ist laut französischem Gesetz die Voraussetzung dafür, dass eine zweite Versteigerung stattfinden kann.

    Die Auktion soll am 21. Mai um14 Uhr am Gericht von Limoges beginnen - und Gérardin rechnet diesmal mit regem Zulauf. Er sei zuversichtlich, dass das Dorf nun verkauft werde, sagt der Anwalt. Es sei sogar gut möglich, dass die von der New Yorker Firma gebotene Summe deutlich überboten werde.

    Die meisten Interessierten würden einen Hotelkomplex bauen

    Das Dörfchen liegt idyllisch auf einem Hügel am Fuße einer Festung aus dem13. Jahrhundert. Mittlerweile interessieren sich Gérardin zufolge für Courbefy vor allem Investoren, die etwa einen Hotelkomplex planen oder ein Zentrum für Behinderte. Aber auch Privatleute seien am Kauf interessiert. Darunter eine Gruppe von Freunden, die die verfallenen Häuser zu Feriendomizilen machen wollen.

    Dass der Komplex endlich wieder mit Leben erfüllt wird, hofft auch der stellvertretende Bürgermeister der Nachbargemeinde Saint-Nicolas-Courbefy. Es sei ihm immer "schwer ums Herz", wenn er sehe, wie das idyllische Dörfchen zunehmend verfalle und Opfer von Plünderern werde, sagt Bernard Guilhem. Der Gemeindeverbund, zu dem Saint-Nicolas-Courbefy gehört, habe sogar selbst die Möglichkeit geprüft, das Dorf zu übernehmen. Angesichts knapper Kassen sei dies aber nicht möglich - die Restaurierung der Häuser koste mindestens ebenso viel wie das Dorf selbst. afp

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