Zwei kleine Mädchen grinsen in einer Ferienanlage in die Kamera. Im Hintergrund strahlt die Nachmittagssonne auf eine Palme, am Pool ist es bereits menschenleer. Das eine Mädchen hat ihr Haar zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden, das andere trägt es offen. Beide sind blond, beide lächeln verschmitzt. Und beide werden seit Januar vermisst.
Das Foto, das auf einer Facebook-Seite abgebildet ist, zeigt die Schweizer Zwillinge Alessia und Livia während ihres Urlaubes im Dezember 2010. Die Mutter der beiden hat es ins Internet gestellt, in der Hoffnung, jemand könnte die Mädchen erkennen und ihr sagen, wo sie sind. Seit Januar sucht die Mutter verzweifelt nach ihren Kindern, die vermutlich von ihrem eigenen Vater entführt wurden. In seinem Abschiedsbrief soll er seiner Frau mitgeteilt haben, dass die Kinder tot sind. Kurze Zeit später hat er sich umgebracht. Doch die Mutter gibt die Hoffnung nicht auf.
"Helfen Sie uns bitte, sie wiederzufinden", sagt die in der Schweiz lebende Mutter in einer Videobotschaft erstmals auf Deutsch. Ihre sechsjährigen Töchter wurden im Januar von ihrem Vater verschleppt, kurze Zeit später hat sich der Mann in Italien das Leben genommen. Seine Töchter hatte er offenbar nicht bei sich, als er in Italien einreiste. Laut Aussage von Zeugen könnten Alessia und Livia jedoch auf Korsika gesehen worden sein. AZ