Weltweit sterben mehr Menschen durch Hinrichtungen. Dabei vollstrecken immer weniger Länder die Todesstrafe. Das bedeutet, dass in den Ländern mit Todesstrafe, wesentlich mehr hingerichtet wird, als in den vergangene Jahren. Vor allem im Iran, Irak und Saudi-Arabien nahm laut einem am Dienstag veröffentlichten Bericht von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International die Zahl der Exekutionen zu. China ausgenommen wurden 2011 laut Amnesty International mindestens 676 Menschen hingerichtet, 149 mehr als im Vorjahr.
Minderjährige werden hingerichtet
Der Iran und Saudi-Arabien waren laut der Menschenrechtsorganisation die einzigen Staaten, die minderjährige Straftäter hinrichtete. Zudem habe es im Iran glaubwürdigen Informationen zufolge eine große Zahl heimlicher Exekutionen gegeben.
Zahl der vollstreckten Todesstrafen im Mittleren Osten steigt
Vollstreckt wurde die Todesstrafe laut Amnesty 2011 in 20 Ländern, im Vorjahr waren es noch 23. Damit richteten nur zehn Prozent aller Länder noch Menschen hin, erklärte Amnesty-Experte Oliver Hendrich. Umso erschreckender sei, dass die Zahl der Hinrichtungen im Mittleren Osten um 50 Prozent gestiegen sei. Weltweit vollstreckte der Iran mit mindestens 360 Hinrichtungen die meisten Todesurteile, gefolgt von Saudi-Arabien mit mindestens 82 Exekutionen und dem Irak mit 68. An vierter Stelle folgten die USA mit 43 Hinrichtungen.
Zahl der Hinrichtungen in China unter Verschluss
Zur Todesstrafe in China veröffentlicht Amnesty seit 2009 keine Zahlen mehr, da Peking diese Angaben als Staatsgeheimnis behandelt. Die Menschenrechtsorganisation schätzt, dass dort weiterhin Tausende Menschen jährlich hingerichtet werden. afp/AZ