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Studie: Weniger Angst als früher: Wir Deutschen sind ja so mutig

Studie: Weniger Angst als früher

Wir Deutschen sind ja so mutig

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    Die Deutschen sind so optimistisch wie seit zehn Jahren nicht mehr. (Bild: dpa)
    Die Deutschen sind so optimistisch wie seit zehn Jahren nicht mehr. (Bild: dpa)

    Seit 21 Jahren befragt die R+V Versicherung jeden Sommer 2500 Menschen ab 14 Jahren über ihre Ängste bei persönlichen,  wirtschaftlichen und politischen Themen. "Alle Angst-Werte sind gegenüber dem Vorjahr gesunken", sagte  Rita Jakli, Sprecherin der R+V Versicherungen, am Donnerstag in  Berlin bei der Vorstellung der Ergebnisse - im Durchschnitt seien  sie so niedrig wie zuletzt vor zehn Jahren. Das durchschnittliche  sogenannte Angstniveau sank gegenüber 2010 um sieben Prozentpunkte  auf 43 Prozent. Das Angstniveau fasst die Ergebnisse der 16  Standardfragen der Umfrage zusammen.

    Bayern haben weniger Angst als Hessen

    Im Vergleich der Bundesländer erwiesen sich die Bewohner von  Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Hessen am ängstlichsten,  wohingegen die Berliner, Bayern und die Befragten aus  Nordrhein-Westfalen am wenigsten Ängste plagten

    "Besonders optimistisch blicken die Deutschen in diesem Jahr auf  die eigene Wirtschaftslage - ein Thema, das sie sonst mit großer  Sorge betrachten", sagte Manfred Schmidt, Politologe an der  Universität Heidelberg, der die Versicherung bei der Analyse der  Ergebnisse unterstützt. Die Angst vor Arbeitslosigkeit sank um 24  Prozentpunkte, vor einem Konjunkturabschwung um 18 Prozentpunkte  und vor dem Verlust des Arbeitsplatzes um zwölf Prozentpunkte. "Ein  Grund dafür ist das erfolgreiche Management der Krise 2008", sagte  Schmidt.

    Deutsche haben laut Schmid keine diffuse Angst, sondern "haben dabei immer ein reales Problem im Visier". So steckten hinter  der Angst, ein Pflegefall zu werden, die Überalterung der  Gesellschaft oder die hohen Kosten der Pflege, hinter der Angst vor  der Kernkraft "die Wahrnehmung des Risikos dieser Technologie". Die  Ängste seien "sachgerecht". Damit sich eine Angst etablieren könne, müssten die Medien  "dauerhaft über ein Thema berichten", sagte der Politologe und  bemerkte kritisch, dass es dabei auch zu "Zuspitzungen" oder  "Dramatisierungen" kommen könne.

    Besonders groß ist die Angst vor Naturkatastrophen und Terrorismus

    Der Sorgenhaushalt der Deutschen sei inzwischen global, erklärt Schmidt. Naturkatastrophen und Terrorismus werden mehr gefürchtet als eine schwere Erkrankung oder ein sinkender Lebensstandard im Alter. Auch die EU-Schuldenkrise beschäftigt die Deutschen: Rund 70 Prozent der Befragten haben große Angst vor den Kosten für Steuerzahler. Rund 60  Prozent sahen den Euro durch die Krise als gefährdet an. Die  Schadstoffbelastung von Nahrungsmitteln, wie etwa in der  EHEC-Krise, belastete rund 70 Prozent.

    Die Nordlichter sorgen sich um ihre Politiker

    Im Bereich umweltpolitischer Themen gab es für den Politologen die größte  Überraschung. Eine Frage richtete sich darauf, ob die Teilnehmer  glaubten, dass durch den Ausstieg aus der Atomenergie die  Stromversorgung gefährdet sei. Nur rund 28 Prozent bejahten, dass  sie dies befürchteten. "Hier kann man geradezu von einem  Gottvertrauen in die Kapazitäten der Energiewirtschaft und der  Politik sprechen", sagte Schmidt.

    Weit weniger Vertrauen zeigte die Bevölkerung in die Politiker allgemein. Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) äußerten  Angst vor einer "Überforderung" der Politiker. Die  Umfrage-Teilnehmer in Hamburg und Schleswig-Holstein stellten diese  Sorge sogar an die Spitze der Tabelle, noch vor steigenden  Lebenshaltungskosten, die bundesweit an Platz eins lagen. Eine  Bewertung, wieso sich die Menschen im Norden so um ihre Politiker  sorgen, wollte Schmidt nicht abgeben. afp

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