In den vergangenen Jahren entstanden immer mehr neue Wintertrendsportarten – Snowkiting, Schneeschuhwandern oder Snowboardtandem sind nur ein paar Beispiele dafür. Aber auch Telemark und Freeriding erfreuen sich immer größerer Begeisterung, vor allem bei jugendlichen Skifreunden. Telemark? Was könnte das wohl sein? Vielleicht hat es was mit Telefon zu tun oder besteht doch eher eine Verbindung zu Television? „Nichts von beiden“, meint Johannes Schacherl aus dem schwäbischen Krumbach. „Telemark schaut aus, als ob man mit Skiern Schritte auf der Piste macht. Man braucht, wie beim normalen Skifahren auch, zwei Ski, besondere Schuhe und eine Bindung, bei der nur die Zehen des Fahrers befestigt werden, und dann ahmt man die Haltung nach, die Skispringer bei ihrer Landung einnehmen,“ beschreibt der 21-Jährige weiter. Johannes kennt sich gut aus im Skisport: Mit vier Jahren hat er mit dem herkömmlichen Skifahren angefangen und seit seiner Zeit als Skilehrer im vergangenen Winter das Freeriden und Telemark für sich entdeckt. Man kehrt beim Telemark und beim Freeriden eigentlich auf neumodische Art und Weise zum Ursprung zurück. Außerdem strengt die Bewegung an sich nicht so sehr an wie beim normalen Skifahren, beantwortet Schacherl die Frage, was denn das Besondere an Telemark sei. Beim Freeriding dagegen sei es das Gefühl, abseits der Piste auf unberührten Hängen die eigenen Spuren zu ziehen, nichts vorgegeben zu haben und frei entscheiden zu können, wo und wie man fährt, dass diese Skisportart ausmacht.
Ab November ruft der Berg
Auch seine Freunde sind entweder von diesen zwei neuen Trendsportarten begeistert oder finden es „voll krass“, was ihr Freund in seiner Freizeit so treibt. Als Alternativen zum normalen Skifahren hat er die beiden neuen Trendsportarten begonnen, weil er als Skilehrer vergangenes Jahr nach 150 Skitagen genug von dem herkömmlichen Skisport hatte. Doch jetzt ist er, wie er selbst sagt, süchtig danach, im Telemarkstil oder als Freerider die Berge hinunter zu fahren. „Doch dieses Jahr werde ich leider wahrscheinlich nicht mal halb so viele Tage zum Skifahren gehen können, weil mir wegen meiner Ausbildung zum Physiotherapeuten einfach die Zeit fehlen wird“, bedauert der Krumbacher. Aber was treibt ein solcher „Skifreak“ eigentlich in den schneefreien Monaten? Auch da ist er in den Bergen unterwegs, nämlich als Kletterer oder Mountainbiker. Spätestens im November zieht es ihn jedoch wieder mit seinen Skiern in die schneebedeckten Alpen, denn: „Der Berg ruft“, Jahr für Jahr.