In seinem Abschiedsbrief an seine Familie habe der 78-Jährige durch die Lektüre „einschlägiger Publikationen“ erkannt, dass er „an der ausweglosen Krankheit A.“ leide. Der über Jahrzehnte hinweg als Playboy geltende Sachs hatte sich, wie berichtet, in dem Anwesen der Familie in Gstaad in der Schweiz erschossen. In seinem Abschiedsbrief betonte Sachs, er habe bis jetzt noch keinen Rückgang seines logischen Denkens festgestellt, aber eine wachsende Vergesslichkeit, eine rapide Verschlechterung seines Gedächtnisses und seines Sprachschatzes. Sachs, drei Jahre mit Brigitte Bardot verheiratet, hatte sich in den vergangenen Jahrzehnten als Fotograf, Kunstmäzen und Sammler einen Namen gemacht. Er brachte als erster Bilder von Andy Warhol nach Europa. Sachs’ Vater Willy, ein Großindustrieller, hatte sich 1958 das Leben genommen.
Der Selbstmord von Gunter Sachs sorgte in München für Aufsehen. Der Schauspieler Elmar Wepper bezeichnete Sachs als Legende. Und der TV-Moderator Michael Schanze erklärte: „Ich habe ihn immer bewundert, weil er von Beruf nicht nur Sohn war, sondern auch selber etwas auf die Reihe bekommen hat.“
Die Deutsche Hospizstiftung warnt nach dem Suizid vor der Eigendiagnostik von Krankheiten. „Ohne einen gesicherten medizinischen Befund ist es für einen Laien unmöglich, an sich selbst Alzheimer oder eine demenzielle Erkrankung festzustellen“, sagte Eugen Brysch von der Patientenschutz-Organisation am Montag in Dortmund. (dapd, dpa)