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Tod: Der Druck war zu groß

Tod

Der Druck war zu groß

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    London Kreativ sein, in den Medien eine gute Figur machen, immer in der Öffentlichkeit stehen – Künstler müssen einem immensen Druck standhalten. Sängerin Amy Winehouse hat diesen Druck nicht ertragen. Schon seit Jahren war sie alkohol- und drogenabhängig. Vergangenen Samstag ist die Sängerin – wie berichtet – im Alter von 27 Jahren tot in ihrer Wohnung im Norden Londons aufgefunden worden.

    Der Leiter der Mannheimer Popakademie, Udo Dahmen, kennt das Suchtproblem vieler Stars und weiß, was dahintersteckt: „Der Unterschied vom Eigenbild zum Fremdbild ist das größte Problem. Die schnelle, große Karriere, die ständige Öffentlichkeit und gleichzeitig der Druck, immer wieder einen hohen kreativen Output haben zu müssen – bei bestimmten Künstlern entsteht dann der Drang, sich zusätzlich Treibstoff zu verschaffen. Das können Alkohol und Drogen sein.“ Ein weiteres Problem sei auch, dass der Druck von Seiten der Musikindustrie stark zugenommen habe. Mit kleineren Umsätzen werde der Druck sowohl auf die Tonträgerfirmen als auch auf die Künstler größer als früher. „Termine, auch Medientermine, sind sehr viel umfangreicher, weil viel mehr Kanäle bedient werden müssen. Das heißt, dass Zeit ein sehr, sehr knappes Gut ist“, so Dahmen.

    In einem dieser Kanäle, auf dem Musikportal „iTunes“, haben die Fans von Amy Winehouse der Soulsängerin zwei Tage nach ihrem Tod auf ihre Weise die letzte Ehre erwiesen: Das fünf Jahre alte Erfolgsalbum „Back to Black“ schoss am Montag an die Spitze der iTunes-Charts in den USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Mit dem 2006 erschienenen Album gelang Winehouse der große musikalische Durchbruch. Die Platte gewann mehrere Grammys. Auch die Singles „Back to Black“ und „Rehab“ platzierten sich jetzt wieder in den Charts.

    Zur Todesursache der Sängerin machte die Polizei zunächst keine Angaben. Näheres sollte eine Obduktion der Leiche ergeben, die für Montag geplant war. Ergebnisse sollten erst am heutigen Dienstag bekannt gegeben werden. Am Wohnhaus der Sängerin versammelten sich auch am Montag wieder zahlreiche Fans und legten Blumen und Bilder nieder. Einige platzierten Bierdosen und Zigaretten dort. Die Familie hatte am Sonntag erklärt, Amys Tod habe „ein klaffendes Loch“ hinterlassen. Britische Medien zitierten am Montag einen Sprecher der Sängerin. Demnach habe sie den letzten Abend ihres Lebens mit einem Leibwächter vor dem Fernseher verbracht. Der Leibwächter habe am nächsten Tag gemerkt, dass mit Amy etwas nicht stimme und die Rettungskräfte alarmiert. (mest-, dpa)

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