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Hurtigruten: Feuer im Fjord

Hurtigruten

Feuer im Fjord

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    „Dies ist ein trauriger Tag für uns.“Hurtigruten-Konzernchef Olav Fjell
    „Dies ist ein trauriger Tag für uns.“Hurtigruten-Konzernchef Olav Fjell

    Zwei Besatzungsmitglieder sind bei einem Brand auf dem norwegischen Passagierschiff „Nordlys“ der Hurtigruten-Linie ums Leben gekommen. Die 262 Menschen an Bord hatten nach Überzeugung der Polizei großes Glück. Es habe nur deshalb nicht mehr Opfer gegeben, weil das Feuer kurz vor dem Anlegen im Hafen am Donnerstagmorgen von Ålesund ausbrach. Dort konnte die brennende „Nordlys“ innerhalb von 20 Minuten zum Kai bugsiert werden.

    Alle 207 Passagiere – darunter laut Auswärtigem Amt 41 Deutsche – sind „sicher an Land gekommen“, teilte die Reederei Hurtigruten mit. Die Polizei gab an, dass 16 Menschen verletzt wurden. Sieben von ihnen würden in Krankenhäusern behandelt, zwei davon mit schweren Brandverletzungen. Unter den neun leichter Verletzten waren nach den Behördenangaben zwei Deutsche.

    Als wahrscheinlicher Auslöser für das Feuer galt eine Explosion im Maschinenraum. Gut die Hälfte der Passagiere wurde nach Auslösen des Feueralarms zunächst auf herbeigeeilte Boote gebracht. Nach dem Anlegen am Kai stand für die anderen Reisenden der direkte Weg an Land offen. Ein Teil der 55 Mannschaftsangehörigen half bei der Bekämpfung des Feuers.

    Wegen der gewaltigen Rauchentwicklung ließen die norwegischen Behörden das Zentrum Ålesunds vorübergehend evakuieren. Zudem wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Neben Einsatzkräften aus Bergen und anderen norwegischen Städten waren Spezialisten im Einsatz, die das Schiffsinnere nach noch nicht geretteten Passagieren durchsuchten. Am frühen Nachmittag war der Brand dann unter Kontrolle. Passagiere berichteten Reportern der norwegischen Nachrichtenagentur NTB, dass die Evakuierung des Schiffes ohne Panik abgelaufen sei. „Die Besatzung hat das sehr professionell bewältigt“, sagte etwa die Dänin Benedicte Skovested.

    Borghild Eldöen vom Koordinierungszentrum für Rettungseinsätze in Südnorwegen sagte am Abend: „Wir haben jetzt ein Problem mit Wasser, das ins Schiff läuft.“ Helfer seien bemüht, die „MS Nordlys“ zu stabilisieren. Auch Taucher seien im Einsatz, um sich ein Bild vom Zustand des Schiffs zu machen.

    „Ein Schiffsbrand ist eine der gefährlichsten Situationen, die es gibt, denn es dauert in der Regel lange, bis Hilfe von Land naht“, sagte Michael Hallwage vom Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau im Gespräch mit unserer Zeitung. Überdies könne man nicht einfach unkontrolliert Wasser auf das Deck pumpen, sonst bestehe die Gefahr, dass das Schiff kentert.

    Die „Nordlys“ ist nach Reedereiangaben 1994 in Stralsund vom Stapel gelaufen und gehört zur bekannten Hurtigruten-Postschifflinie. Sie verkehrt entlang der norwegischen Küste und fährt bis in den arktischen Norden. Die Route durch viele Fjordlandschaften ist besonders bei deutschen Touristen beliebt. Ob diese entschädigt werden, steht noch nicht fest. Sabine Eckert, Sprecherin der Hurtigruten-Reederei, sagte dazu: „Was nun weiter passiert, muss erst entschieden werden. Jetzt geht es uns erst einmal darum, die Passagiere gut nach Hause zu bringen.“ Der Konzernchef von Hurtigruten, Olav Fjell, sagte: „Dies ist ein trauriger Tag für uns.“

    Die „Nordlys“ hatte am Mittwoch in Bergen abgelegt und sollte insgesamt 34 Häfen anlaufen. (mit dpa, afp)

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