Wenn keine Wolken aufziehen, kann man heute Abend eine totale Mondfinsternis am Himmel beobachten. Dank der Wissenschaft ist uns heutzutage klar, was bei diesem Phänomen am Himmel geschieht ("Seite1). Ganz anders ging es da beispielsweise den Menschen im alten China. Sie dachten beim Anblick einer Sonnen- oder Mondfinsternis, dass ein Himmelsdrache das Gestirn verschlingt. Hier einige weitere Beispiele von heute rational erklärbaren Phänomenen am Himmel, die viele unserer Vorfahren vor Jahrhunderten zum Schaudern gebracht haben:
Sonnenfinsternis Das wohl beeindruckendste Naturspektakel der vergangenen Jahre fand in unseren Breitengraden am 11. August 1999 statt: eine totale Sonnenfinsternis. Mit offenen Mündern standen Menschen in ganz Mitteleuropa staunend auf ihren Balkonen, vor Schulen, Geschäften oder Büros. Natürlich allesamt mit Sonnenfinsternis-Pappbrillen auf der Nase, deren Verkauf dem Einzelhandel zuvor eine goldene solche beschert hat. Einen kurzen Moment stand damals die Zeit still.
Bei der totalen Sonnenfinsternis wird die Sonne von der Erde aus gesehen durch den Mond ganz verdeckt. Dabei wird es nicht nur dunkel, es kommt häufig auch zu einem Temperaturabfall. Darauf reagieren selbst Tiere und Pflanzen: Vögel verstummen, nahezu alle tagaktiven Tiere suchen ihre Verstecke auf, während Fledermäuse und andere nachtaktive Tiere ihren Bau verlassen. Sogar die Blumen schließen ihre Blüten. Doch auch eine partielle Finsternis, die erst heuer am 4. Januar stattfand, sorgt für beeindruckende Bilder am Himmel.
Blitz und Donner Blitz und Donner spiegeln den Zorn Gottes wieder, lehrt schon die Bibel. In der griechischen Mythologie ist es Zeus, der die Blitze auf die Erde herab schleudert. Dass es sich um einfache elektrische Entladungen handelt, weiß man inzwischen – und trotzdem fürchten sich viele bis heute vor dem tosenden Naturschauspiel.
Polarlichter Bunte Schwaden am Himmel – das können nach heutigem Verständnis nur Polarlichter sein. Wie es der Name schon sagt, kommen sie in den Polargebieten der Erde vor. Sie entstehen, wenn geladene Teilchen des Sonnenwindes auf die Erdatmosphäre auftreffen. Bereits vor 2000 Jahren berichteten die Menschen von Polarlichtern. Die Wikinger sahen darin das Zeichen, dass irgendwo auf der Welt eine große Schlacht geschlagen wird. In Europa galten sie im Mittelalter, ähnlich wie Kometen, als Vorboten kommenden Unheils.
Sternschnuppen Wenigstens ein Naturphänomen am Himmel hat einen guten Ruf: die Sternschnuppe. In vielen Ländern herrscht bis heute der Aberglaube, man habe einen Wunsch frei, wenn man eine am Himmel entdeckt. Mehrmals im Jahr, heuer zuletzt im April, gibt es über längere Zeit regelrechte Sternschnuppenregen.