Am 19. September hätte der Prozess gegen die Frau begonnen. Ihr wurde zweifacher Totschlag vorgeworfen. Das Sozialministerium in Hannover hat nun bestätigt, dass sich die Frau umgebracht hat. Einem Bericht der "Goslarschen Zeitung" vom Dienstag zufolge war die Leiche der Frau bereits am vergangenen Donnerstag in einer geschlossenen Klinikabteilung in Moringen gefunden worden.
Die Mädchen waren im April in Astfeld bei Goslar mit einem Messer erstochen worden. Der Großvater hatte die Leichen der vier Monate alten Amelie und der fünf Jahre alten Laura gefunden. Lauras Zwillingsschwester entkam der Attacke nur knapp, sie war zum Großvater ins Nachbarhaus geflüchtet. Kurz nach der furchtbaren Entdeckung war die Mutter festgenommen worden.
Die Mutter war seit Oktober 2010 geschieden gewesen und hatte unter schweren seelischen Problemen gelitten. Statt in Untersuchungshaft war sie daher im Maßregelvollzug untergebracht worden. Aufgrund ihrer psychischen Probleme war unklar, ob die alleinerziehende Mutter überhaupt schuldfähig gewesen wäre. Die Frau sei morgens noch gesehen worden und habe sich ihre Medikamente abgeholt, berichtete die Zeitung unter Berufung auf den Leiter des Fachkrankenhauses bei Göttingen, Dirk Hesse. "Sie hat sich selbst umgebracht." Für ein Verschulden der Klinik gebe es keine Hinweise, sagte Ministeriumssprecher Thomas Spieker. dpa