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Vorwurf: Neue Affäre um Dominique Strauss-Kahn

Vorwurf

Neue Affäre um Dominique Strauss-Kahn

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    War nach Vergewaltigungsvorwürfen im Mai von seinem Posten als IWF-Chef zurückgetreten: Dominique Strauss-Kahn.
    War nach Vergewaltigungsvorwürfen im Mai von seinem Posten als IWF-Chef zurückgetreten: Dominique Strauss-Kahn. Foto: dpa

    „Entschuldigen Sie meinen Aufzug, ich komme gerade aus der Dusche!“ In einen an der haarigen Brust geöffneten Leopardenbademantel gehüllt, eine Zigarre im Mundwinkel, anzüglich grinsend – so sehen die Fans der französischen Satire-Sendung „Les Guignols de l’Info“ (übersetzt „Die Info-Kasperle“) Abend für Abend Dominique Strauss-Kahn. Und es sind viele Fans – denn die boshafte TV-Show, in der Marionetten-Doubles Politiker aufs Korn nehmen, trifft deren wunden Punkt zielgenau.

    In Frankreich sind Prostitution und Zuhälterei verboten

    Frankreich hat wieder eine Schmuddelaffäre, und wieder scheint der ehemalige Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) verwickelt, der vor dem Vergewaltigungsprozess in New York, der schließlich eingestellt wurde, der beliebteste Politiker des Landes war: „DSK“, wie er hier genannt wird, galt als großer Hoffnungsträger der Linken für die Präsidentschaftswahlen. Jetzt wird er nur noch als schmieriger Lüstling verunglimpft, nachdem er im New Yorker Sofitel-Hotel nach einer Dusche ein „unangemessenes“ Verhältnis mit dem Zimmermädchen Nafissatou Diallo hatte, die ihn anschließend verklagte. Daraufhin hatten weitere Frauen von Übergriffen berichtet, am lautesten die junge Autorin Tristane Banon.

    Und nun nennen Zeugen Strauss-Kahn in einer Callgirl-Affäre im Carlton-Hotel in Lille als Kunden eines Prostitutions-Rings mit Verbindungen ins nahe gelegene Belgien, wo auch minderjährige Frauen ihre Dienste in Nachtklubs und Massage-Salons anboten. Der Skandal erschüttert die nordfranzösische Stadt: Ausgerechnet das legendäre Luxus-Etablissement mit vier Sternen soll ein verbotener Hort der Sünde und Zuhälter-Zentrum gewesen sein. Die Vorwürfe wiegen umso schwerer, als in Frankreich Prostitution und Zuhälterei verboten sind. Wegen laufender Ermittlungen ist das Hotel für drei Monate geschlossen. Um ihre Jobs fürchtend, demonstrierten Anfang der Woche Angestellte vor dem vornehmen Stadtpalais.

    Staranwalt, Bauunternehmer und Hoteldirektor im Visier der Ermittler

    Einige Lokalgrößen sind bereits im Visier der Untersuchungsrichter, darunter ein Staranwalt, ein stadtbekannter Bauunternehmer, der Besitzer und der Direktor des Hotels. Dessen PR-Manager wird beschuldigt, rauschende Sex-Partys organisiert zu haben. Möglicherweise deckten hohe Polizeifunktionäre das verbotene Treiben. Irgendwann hieß es, auch ein namhafter Politiker sei mit von der Partie gewesen. Und dann fiel der Name Strauss-Kahn. Allerdings kann sich der Rezeptionist des Carlton nicht an den berühmten Gast erinnern.

    Der 62-Jährige selbst erklärte, er wolle schnellstmöglich verhört werden, um „den gewagten und bösartigen Unterstellungen“ ein Ende zu setzen. Die Sonntagszeitung Journal du Dimanche zitiert allerdings Quellen, nach denen Strauss-Kahns Rolle in der ganzen Affäre höchstens zweitrangig sei. Doch sein Name ist gefallen, der Ruf einmal mehr ruiniert: Dass der als brillant geltende Ökonom je noch eine politische Rollen spielen wird, erscheint immer unwahrscheinlicher. Nur seine Rolle bei den „Guignols de l’Info“ wird er vorerst garantiert nicht verlieren.

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