Der 68-Jährige hat ein bewegtes Leben hinter sich. Am 25. November 1962 war er nach mehreren Raubüberfällen festgenommen worden. Zweit Tage zuvor war bei so einem Überfall ein Mensch gestorben. Das FBI schrieb, Wright sei später zu 15 bis 30 Jahren Haft verurteilt wurden. Doch am 19. August 1970 brach Wright zusammen drei Mithäftlingen aus seinem Gefängnis im US-Bundesstaat New Jersey aus. Zwei Jahre später.
Spektakuläre Flugzeugentführung
Zwei Jahre danach habe er bei der Entführung eines Flugzeuges von Detroit nach Miami mitgemacht. Wright und seine Komplizen verlangten für die Freilassung der Passagiere ein Lösegeld von einer Million Dollar. Nachdem die Passagiere von Bord gegangen waren, hätten die Gangster den Weiterflug nach Boston erzwungen. Dort sei das Flugzeug aufgetankt worden und ein zusätzlicher Pilot sei an Bord gegangen. Die Maschine sei über den Atlantik nach Algerien geflogen, wo die Entführer um Asyl baten. Wie das FBI schrieb, wurden die Entführer kurzzeitig in Haft genommen, dann aber nach wenigen Tagen wieder freigelassen. Das Lösegeld und das Flugzeug seien den USA zurückgegeben worden. Im Mai 1976 wurden die Komplizen Wrights in Paris festgenommen und später verurteilt.
Wright selbst lebte zuerst in einer portugiesischen Kolonie in Afrika. Anfang der1980er Jahre zog der Verbrecher nach Portugal. Bei seiner Ankunft in Lissabon habe er sich seinerzeit als Bürger dieses Landes ausgewiesen. Während seiner Zeit in Portugal habe er keine Verbrechen mehr begangen. Als "Jose Luis Jorge Dos Santos" lebte der Amerikaner als unbescholtener Bürger des Landes. Bis er Sehnsucht nach der Heimat bekam.
Der verhängnisvolle Anruf
Zum ersten Mal nach all den Jahren rief Wright vor einigen Monaten bei seinen Verwandten in den USA an. Da schnappte die Falle zu. Die US-Behörden kamen Wright auf die Spur als sie einer Reihe von Hinweisen folgten, die zu einer Adresse in Portugal führte, wie die "New York Times" berichtete. Mit Hilfe der portugiesischen Behörden wurden Fingerabdrücke in der Identitätsdatenbank Portugals abgeglichen. Wrights Fingerabdrücke waren identisch mit denen eines Mannes mit dem Namen Jose Luis Jorge Dos Santos, sagte Michael Schroeder, ein Sprecher der US Marshals. "Danach war es nur noch eine Sache von normaler Polizeiarbeit eine Überwachung einzurichten", sagte er der "New York Times".
Die portugiesische Zeitung "Público" schrieb am Mittwoch unter Berufung auf die Kriminalpolizei in Lissabon, die Festnahmeaktion sei unspektakulär erfolgt. Beamte hätten einfach an die Tür des Mannes geklopft. Die US-Behörden wollen jetzt seine Auslieferung erreichen, damit er den Rest seiner Haftstrafe von 15 bis 30 Jahren absitzen kann. dpa