Dieser Typ ist ein Phänomen: Er ist nun 50 Jahre alt und sieht immer noch aus wie Mitte 20. Ganz glatt, ohne Falten, ohne graue Haare, aber mit Superkörper. Nun ja, zugegeben, etwas arg künstlich, etwas zu soft – aber so kennen wir ihn ja. Der geborene Softie. Heute vor 50 Jahren erblickte Ken Carson das Licht der Spielzeugwelt und war sofort der Mann an der Seite von Superpuppe Barbie. Doch aus dem Schatten der Blondine hat es der erfolgreichste Toy-Boy der Welt nie herausgeschafft. Nun schenkt ihm die Firma Mattel zum Geburtstag eine kleine Imagekampagne, damit er endlich mal cool rüberkommt.
Die Schöpfungsgeschichte in Plastik lief einst etwas anders ab. Erst schuf die Amerikanerin Ruth Handler die Spielzeugpuppe Barbie, die sie nach ihrer Tochter Barbara benannte. Und zwei Jahre später dann, 1961, kreierte sie Barbies bessere Hälfte, die den Namen von Handlers Sohn Kenneth bekam. Seitdem ist der Plastikbeau Ken Barbies Anhängsel und in zahlreichen Kinderzimmern auf der ganzen Welt zu Hause. Aber so beliebt wie Barbie war er nie.
Kens Problem: Er ist zu nett. Um Barbie zu gefallen, macht er seit 50 Jahren jeden Trend mit. Mal Surfer, mal Hippie, dann wieder Astronaut, Arzt oder Geheimagent. Was er davon hatte? 2004 trennte sich Barbie von ihm. Ken ging daraufhin erst mal ein paar Jahre auf Weltreise.
Jetzt ist er zurück. Und total modern. Er twittert, er hat eine Facebookseite und eine eigene TV-Serie in den USA. Das alles soll ihm neue Fans bescheren. Er ist eine Fashion-Ikone, sagt Stephanie Wegener, Sprecherin bei Mattel Deutschland. Und er kann jetzt auch sprechen – es gibt einen Ken mit eingebautem Mikrofon, der alles nachplappert, was ihm vorgesagt wird. Nun ist er also offiziell ein Jasager. In der glatten Plastikwelt scheint das anzukommen. Seit Valentinstag 2011 sind Barbie und Ken wieder ein Paar.