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Attentat: 30 Jahre Haft?

Attentat

30 Jahre Haft?

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    Geir Lippestad, der Anwalt des norwegischen Attentäters.
    Geir Lippestad, der Anwalt des norwegischen Attentäters. Foto: Foto: afp

    Oslo Die norwegische Justiz will den mutmaßlichen Attentäter Anders Behring Breivik möglicherweise wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit anklagen. Damit wäre eine höhere Haftstrafe möglich als bei einer Anklage wegen Terrorismus, wie die Zeitung Aftenposten am Dienstag unter Berufung auf einen Staatsanwalt berichtete.

    Bislang beruft sich die Polizei bei ihren Ermittlungen zu den Anschlägen in Oslo und auf der Insel Utøya auf einen Terrorparagrafen. Bei einer Verurteilung drohen dem 32-jährigen Behring Breivik maximal 21 Jahre Haft. Vielen Norwegern erscheint das zu kurz, auch wenn die Maximalstrafe nachträglich im Einzelfall bei anhaltender Gefährlichkeit des Täters mehrfach um je fünf Jahre verlängert werden kann.

    Bei einer Anklage wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit könnte aber gleich von vorneherein eine Höchststrafe von 30 Jahren verhängt werden. Bislang sei eine Verfolgung wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit nur „eine Möglichkeit“, sagte Staatsanwalt Christian Hatlo der Zeitung.

    Polizeisprecher Sturla Heinriksbö sagte, es sei „nicht ausgeschlossen“, dass sich die Polizei auf weitere Tatbestände berufen werde. Die Polizei habe ihre Aufgabe „in dieser Situation sehr gut erfüllt“, sagte Justizminister Storberget nach einem Treffen mit Polizeichefs in Oslo. Auch auf die bisher geäußerte Kritik habe die Polizei sehr gut reagiert.

    Bei dem Blutbad in einem Jugendlager der regierenden Arbeiterpartei auf der Insel Utøya am Freitag hatten Polizisten fast eine Stunde gebraucht, um den Angreifer Behring Breivik festzunehmen, nachdem die örtliche Dienststelle die Zentrale in Oslo verständigt hatte. Behring Breivik hatte davor mindestens 68 Menschen erschossen.

    Geisteskrank und eiskalt – der Verteidiger des norwegischen Attentäters hält seinen Mandanten für eine tief gestörte Persönlichkeit. Auch der Vater Breiviks spricht erschüttert davon, dass sein Sohn nicht normal sein könne. Anwalt Geir Lippestad sagte am Dienstag in Oslo: „Die ganze Sache deutet darauf hin, dass er geisteskrank ist.“ Diese Linie werde er vor Gericht verfolgen. Sollte Breivik dem nicht folgen, „muss er sich einen anderen Anwalt suchen“. Der 32-Jährige hatte Lippestad selbst gewählt. Der Attentäter sei eine „sehr kalte Person“. „Er hat kein Mitgefühl mit den Opfern gezeigt“, sagte Lippestad. Der 32-Jährige glaube, er befinde sich in einem Krieg. „Und wenn du in einem Krieg bist, kannst du Dinge wie diese machen“, erläuterte er die Sicht seines Mandanten. Der Vater will nie wieder Kontakt zu seinem Sohn haben. „In meinen schlimmsten Stunden denke ich, er hätte sich sein eigenes Leben nehmen sollen, statt so viele andere Menschen zu töten“, sagte Jens Breivik, der im Ruhestand ist, dem norwegischen Fernsehsender TV2. Der Vater, der sein Gesicht im Fernsehen nicht zeigen wollte, sagte, er habe seit 1995 nicht mehr mit ihm gesprochen. Die Eltern hätten sich schon 1980 getrennt. (afp, dpa)

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