Ein Bürgerentscheid zur Abwahl des Duisburger Oberbürgermeisters Adolf Sauerland (CDU) rückt näher: 79.149 Unterschriften sammelte die Bürgerinitiative "Neuanfang für Duisburg" für die Einleitung eines Abwahlverfahrens, wie die Initiative am Montag bekanntgab. Notwendig wären lediglich zwischen 52.000 und 55.000 Unterstützer gewesen. Am Nachmittag wollte die Initiative die Unterschriften dem Stadtrat übergeben.
92.000 Stimmen für die Abwahl
Die Unterschriften werden im Rathaus öffentlich ausgezählt und dann in den folgenden Wochen auf ihre Gültigkeit überprüft. Dafür verlangt die Stadt beispielsweise eine vollständige Adresse der Unterzeichner mit Hausnummer. Am 12. Dezember wird bei einer Ratssitzung offiziell das Ergebnis der Stimmenauszählung verkündet. Bei mindestens 55 000 gültigen Stimmen muss dann innerhalb von drei Monaten das Abwahlverfahren stattfinden. Für die Abwahl müssen dann mindestens 92.000 Bürger stimmen. Ist das die Mehrheit der Abstimmenden, muss Sauerland seinen Sessel räumen.
Angesichts der großen Mobilisierung in den vergangenen drei Monaten gebe es dafür große Chancen, sagte der Sprecher der Bürgerinitiative, Theo Steegmann: "Wir brauchen 92 000 Stimmen und die kriegen wir auch." Eine Abwahl im Stadtrat war gescheitert, weil nicht die notwendige Mehrheit der Stimmen erreicht wurde.
Sauerland lehnt Rücktritt weiterhin ab
Die Kritiker machen Sauerland für die Genehmigung der Duisburger Loveparade verantwortlich, bei der 21 Menschen in einer Massenpanik erdrückt und Hunderte verletzt worden waren. Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) lehnt einen Rücktritt weiterhin ab . "Da ändert sich nichts", sagte sein Sprecher Josip Sosic am Montag. dapd/dpa