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Verfassungsschutz: Aussteigerprogramm für Linksextremisten gestartet

Verfassungsschutz

Aussteigerprogramm für Linksextremisten gestartet

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    Der Verfassungsschutz bietet jetzt auch Linksextremisten Hilfe beim Ausstieg aus ihrer Szene an.
    Der Verfassungsschutz bietet jetzt auch Linksextremisten Hilfe beim Ausstieg aus ihrer Szene an. Foto: dpa

    Das Angebot richte sich an  Szenemitglieder, die den Ausstieg aus eigener Kraft nicht schaffen, teilte das Bundesamt für Verfassungsschutz am Donnerstag mit. Innenminister Hans-Peter  Friedrich (CSU) sprach von einem "offenen Angebot" zum Ausstieg aus  linker Ideologie und Gewalt.

    Friedrich verwies darauf, dass die  Sicherheitsbehörden seit einiger Zeit "eine besorgniserregende  Entwicklung linksextremistisch motivierter Straf- und Gewalttaten"  beobachteten. Mit dem Aussteigerprogramm will das BfV mit Sitz in Köln nun zum Ausstieg entschlossene Linksextreme in dieser  Entscheidung unterstützen und ihnen bei weiteren Schritten aus dem  linksextremistischen gewaltbereiten Umfeld helfen.

    Dazu schaltete  das BfV unter der Rufnummer 0221/792-6600 ein Kontakttelefon für  Ausstiegswillige. Sie können sich auch per Mail (aussteiger@bfv. bund.de) an den Verfassungsschutz wenden. Anrufe oder Mails werden  vertraulich behandelt.

    Dem ersten Gespräch zur Kontaktaufnahme soll sich ein  Folgegespräch anschließen, bei dem geschulte BfV-Mitarbeiter mit  dem Ausstiegswilligen in persönlichen Kontakt treten. Mögliche  Unterstützung können Teilnehmer des Aussteigerprogramms bei der  Arbeitsplatz- und Wohnungssuche, der Vermittlung von schulischen  oder beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen und beim Knüpfen von  Kontakten zu Justiz, Behörden und Arbeitgebern erhalten. Auch bei  Alkohol- und Drogenproblemen oder Überschuldung vermittelt das BfV  je nach Lage des Einzelfalls externe Hilfe. Darüber hinaus dient  das Aussteigerprogramm als Beratungsstelle für Familienangehörige  und Freunde von Linksextremen.

    Das Aussteigerprogramm wendet sich nach BfV-Angaben an  Linksextremisten jeglicher Couleur - unabhängig davon, ob der  Ausstiegswillige dem gewaltbereiten Spektrum angehört oder nicht.  Das BfV ist sich demnach bewusst, dass die Resonanz in der  linksextremen Szene womöglich eher verhalten sein wird.  Insbesondere die gewaltorientierte Szene lehnt den Angaben zufolge  jegliche Form staatlicher Organisation strikt ab.

    Bereits seit 2001 bietet das BfV ein Programm für ausstiegswillige Rechtsextreme an. Seit Juli 2010 gibt es auch ein  Aussteigerprogramm für Mitglieder der gewaltbereiten  Islamistenszene. Dieses Programm trägt die Bezeichnung HATIF, was  arabisch Telefon bedeutet. Der Begriff steht zudem als Abkürzung  für "Heraus aus Terrorismus und islamistischem Fanatismus". afp

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