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Historische Erklärung: Baskische ETA verkündet Ende ihres bewaffneten Kampfs

Historische Erklärung

Baskische ETA verkündet Ende ihres bewaffneten Kampfs

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    Die ETA will ihre bewaffnete Aktivität «definitiv einstellen». Foto: Javier Etxezarreta dpa
    Die ETA will ihre bewaffnete Aktivität «definitiv einstellen». Foto: Javier Etxezarreta dpa

    Eine entsprechende Erklärung veröffentlichte die Zeitung "Gara" auf  ihrer Internetseite. Die von der EU als Terrororganisation  eingestufte ETA kämpfte seit mehr als vier Jahrzehnten für die  Unabhängigkeit des Baskenlandes in Nordspanien und Südfrankreich.

    "Die ETA ruft die spanische und französische Regierung auf, einen  direkten Dialog einzuleiten mit dem Ziel, die Konsequenzen des  Konflikts anzugehen und so die bewaffnete Auseinandersetzung zu  überwinden", heißt es in der in mehreren Sprachen veröffentlichten  Erklärung. Die von USA und EU als Terrororganisation eingestufte  ETA wird für den Tod von 829 Menschen verantwortlich gemacht.

    Der inhaftierte Baskenführer Arnaldo Otegi hatte wiederholt  versichert, dass die ETA zum Gewaltverzicht bereit sei. Im Januar  erklärte die Organisation einen unbefristeten Waffenstillstand. Die  spanische Regierung wies das Angebot jedoch zurück und verlangte  die Entwaffnung und Auflösung der Organisation. Spaniens  Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero sprach am Donnerstag  mit Blick auf die ETA-Erklärung von einem "Sieg der Demokratie, des  Rechts und der Vernunft".

    Seit August 2009 keine Anschläge mehr

    Die durch zahlreiche Festnahmen geschwächte Gruppe verübte seit  August 2009 keine Anschläge mehr. Im September gab sie bekannt,  dass die meisten der 700 inhaftierten ETA-Mitglieder einem  Gewaltverzicht zugestimmt hätten. Die ETA kämpft seit 1968  gewaltsam für ein unabhängiges Baskenland. Gegründet wurde sie 1959  von linksgerichteten nationalistischen Studenten, die der  gemäßigt-nationalistischen Baskenpartei PNV und ihrer im  Exil-Regierung Passivität angesichts der Herrschaft von Diktator  Francisco Franco vorwarfen.

    Auf einer Konferenz in San Sebastián hatten am Montag  ETA-Angehörige und Regierungsvertreter über Wege zur Beilegung des  Konflikts beraten. An der Konferenz nahmen auch der ehemalige  UN-Generalsekretär Kofi Annan, der Chef der nordirischen  nationalistischen Partei Sinn Fein, Gerry Adams, und der irische  Ministerpräsident Bertie Ahern teil. Adams äußerte die Hoffnung,  dass im Baskenland eine ähnliche Lösung gefunden werden könne wie  in Nordirland. Am Donnerstag begrüßte er die ETA-Erklärung und  forderte Madrid und Paris zum Dialog auf.

    Die schwersten Terroranschläge seit dem 11. September 2001

    11. September 2001: New York Al-Quaida-Terroristen entführen vier Passagiermaschinen. Zwei davon kollidieren mit dem World Trade Center in Manhattan. Als seine beiden Türme in sich zusammenstürzen, sterben unzählige Zivilisten. Insgesamt kommen rund 3000 Menschen ums Leben. Mit den Anschlägen vom 11. September ist eine neue Dimension des Terrors erreicht.

    11. April 2002: Djerba Auf der tunesischen Urlaubsinsel sprengen Terroristen des Al-Quaida-Netzwerks vor einer Synagoge einen Lastwagen in die Luft. Unter den zahlreichen Opfern befinden sich 22 Touristen. 14 davon stammen aus Deutschland.

    12. Oktober 2002: Bali Wieder greifen islamistische Terroristen gezielt Touristen an. 202 Personen finden den Tod, als ein Selbstmordattentäter in "Paddy's Bar" eine Bombe zündet und auf der Straße eine tonnenschwere Autobombe explodiert.

    23. Oktober 2002: Moskau Fast 50 Terroristen bringen ein Theater mit rund 850 Gästen und Veranstaltern in ihre Gewalt. Sie verlangen den Abzug der russischen Truppen aus Tschetschenien. Die Befreiungsaktion kostet 129 Gefangene das Leben. Die meisten sterben am Gas, das das Einsatzkommando verwendet.

    12. Mai 2003: Riad Mehrere Bombenanschläge auf die Wohnhäuser westlicher Ausländer töten 35 Menschen. Die Attentate in der saudi-arabische Hauptstadt werden als Reaktion auf den Einmarsch amerikanischer Kampftruppen in den Irak gedeutet. Wahrscheinlich sind Al-Quaida Terroristen für die Angriff-Serie verantwortlich.

    16. Mai 2003: Casablanca In der marokkanischen Großstadt sterben mehr als 40 Personen, als sich an verschiedenen Orten Selbstmordattentäter in die Luft jagen. Ziel der Anschläge waren ausländische und jüdische Einrichtungen.

    19. August 2003: Bagdad Vor der Zentrale der UN explodiert eine Bombe in einem LKW. Das Gebäude wird vollständig zerstört und 22 Menschen kommen ums Leben. Auch der UN-Sondergesandte Sergio Vieira de Mello befindet sich unter den Toten.

    12. Mai und 8. November 2003: Riad In der Hauptstadt Saudi-Arabiens ereignen sich mehrere islamistische Terroranschläge auf die Quartiere von Ausländern. Die Angriffe fordern 43 Opfer.

    15. und 20. November 2003: Istanbul Erst haben Terroristen zwei Synagogen angegriffen und einige Tage später wurden zwei britische Einrichtungen Opfer islamistischer Anschläge. Die Übergriffe, zu denen sich die Al-Quaida-Gruppe "Brigaden des Märtyrers Abu Hafs el Masri" bekannte, forderten insgesamt 57 Tote.

    6. Februar 2004: Moskau Selbstmordattentäter verüben einen Anschlag die U-Bahn der russischen Hauptstadt. Die Tat geht vermutlich auf das Konto tschetschenischer Terroristen. Es sterben 41 Zivilisten.

    11. März 2004: Madrid Der Nahverkehr in Madrid wurde Schauplatz eines verheerenden Terroranschlages. Frühmorgens detonierten insgesamt zehn Bomben in vier dichtbesetzten Vorortzügen. 191 Fahrgäste kamen ums Leben, zahlreiche wurden schwer verletzt. Verdächtigt wurde zunächst das baskische Terrornetzwerk ETA. Die Seperatisten wiesen die Anschuldigungen zurück.

    1. September 2004: Beslan Rund 30 tschetschenische Terroristen um den berüchtigten Warlord Schamil Bassajew stürmten eine Schule in Nordossetien und setzten 1128 Kinder, Lehrer und Eltern fest. Sie fordern den Abzug der russischen Truppen aus Tschetschenien. Am dritten Tag der Geiselnahme kommt es zu einer Explosion. Panik bricht aus. Unter den 394 Toten sind auch 186 Kinder.

    7. Juli 2005: London Über 50 Menschen starben bei einer Anschlagsserie auf den Londoner Nahverkehr. Drei der vier Attentäter hatten pakistanische Wurzeln.

    27. Dezember 2007: Rawalpindi Als die ehemalige pakistanische Premierministerin Benazir Bhutto aus dem Exil zurückkehrt, kommt sie bei einem Selbstmordattentat ums Leben. Ihre Anhänger vermuten, dass es sich dabei um einen gezielten Mord handelte.

    26. November 2008: Mumbai In der indischen Megastadt ereignet sich eine mehrtägige islamistische Terrorserie. Es werden vor allem Touristen angegriffen. Bis zum 29. November sind den Anschlägen etwa 195 Menschen zum Opfer gefallen.

    29. März 2010: Moskau Erneut werden Anschläge auf die Moskauer Metro verübt. Zwei Selbstmordattentäterinnen aus Dagestan sprengen sich in die Luft. Es sterben 40 Fahrgäste.

    24. Januar 2011: Moskau Wieder ist Moskau das Ziel einer terroristischen Offensive. 35 Personen verlieren ihr Leben, als auf dem Flughafen "Domodedowo" ein Attentäter den Sprengsatz zündet, den er am Körper trägt.

    22. Juli 2011: Oslo und Utøya Der rechtsextreme Anders Behring Breivik zündete eine Autobombe im Regierungsviertel der Hauptstadt. Anschließend schoss er auf der Insel Utøya auf die Teilnehmer eines Jugendcamps der sozialdemokratischen Arbeiderpartei. Insgesamt starben durch seine Hand 77 unschuldige Menschen.

    Die seit 2003 in Spanien verbotene baskische Partei Batasuna hatte  ebenfalls Druck auf die ETA ausgeübt, der Gewalt abzuschwören. Die  als ETA-nah geltende Batasuna gründete zusammen mit zwei legalen  baskischen Parteien, Eusko Alkarstauna und Alternatiba, das Bündnis  Bildu, das den bewaffneten Kampf ausdrücklich ablehnt. Bei den  Kommunalwahlen im Mai wurde Bildu zweitstärkste Partei nach der PNV  und eroberte sogar den Bürgermeisterposten von San Sebastián.

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