Kairo Ein Militärgericht in Ägypten hat den regimekritischen Blogger Maikel Nabil zu zwei Jahren Haft verurteilt. Der 26-Jährige war am Mittwoch in einem neuen Prozess wegen „Verleumdung der ägyptischen Streitkräfte“ schuldig gesprochen worden. Das Urteil kann nicht angefochten werden.
Nabil war bereits im April zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Urteil wurde aber nach internationalen Protesten wieder aufgehoben, ein neues Verfahren wurde angeordnet. Der Blogger hatte im Internet unter anderem über Foltervorwürfe von Demokratie-Aktivisten berichtet, die in der Zeit nach dem Sturz von Präsident Hosni Mubarak von der Militärpolizei verhaftet worden waren. Er ist einer der ersten Ägypter, die seit dem Umsturz wegen eines Meinungsdelikts ins Gefängnis mussten. Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen wurden inzwischen mehr als 12000 Zivilisten von Militärgerichten strafrechtlich belangt.
Rege Beteiligung an zweiter Runde der Parlamentswahlen
Unterdessen hat am Mittwoch die zweite Etappe der ersten Parlamentswahlen nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Hosni Mubarak begonnen. Diesmal wurde unter anderem in den Städten Suez und Assuan gewählt. Ende November und Anfang Dezember hatten bereits die ersten Ägypter hauptsächlich in Kairo, Luxor und Alexandria ihre Stimme abgegeben. Vor den Wahllokalen bildeten sich am Morgen lange Schlangen.
Aus dem ersten Urnengang waren die islamistischen Parteien – die Muslimbrüder und die Salafisten – mit rund 65 Prozent der Stimmen als Sieger hervorgegangen. (dpa)