Sirenen und Gewehrfeuer waren nach den Bombenangriffen der Kampfjets auf Tripolis zu hören. Nach Angaben eines Wächters traf mindestens eine Bombe ein Gebäude. Darin sollen zahlreiche zivile Organisationen untergebracht sein. Berichte über mögliche Opfer gab es zunächst nicht.
Residenz von Al-Gaddafi war auch Ziel der Bomben
Wie eine Bewohnerin der Stadt dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira telefonisch berichtete, habe es in der Nacht mehrere laute Explosionen gegeben. Ziel der Angriffe sei auch das Areal gewesen, auf dem Machthaber Muammar al-Gaddafi residiert. Die Frau sagte, die Lebensumstände in Tripolis würden immer schwieriger. Es fehle an Nahrungsmitteln, Treibstoff und auch an Medikamenten.
Journalisten wurden zu einer Spezialklinik für Verbrennungsopfer und plastische Chirurgie geführt. Diese Führung war von der Regierung von Machthaber Muammar el Gaddafi organisiert. Ein Arzt dort berichtete, bei einem der Bombenangriffe seien Scheiben zu Bruch gegangen, ein junger Patient sei durch Glassplitter verletzt worden. Allerdings durften die Journalisten die genaue Einschlagstelle der Bombe nicht besichtigen. Nach den Worten eines Wächters handelte es sich um ein Gebäude, in dem früher eine Zentrale des libyschen Geheimdienstes untergebracht war und sich heute das Landwirtschaftsministerium befindet.
Nach UN-Angaben sind seit Beginn der Kämpfe zwischen Truppen von Machthaber Gaddafi und der Opposition bereits 750.000 Menschen aus Libyen geflohen. Der Konflikt zwischen Gaddafi-Anhängern und Rebellen, der Zusammenbruch der staatlichen Infrastruktur sowie Mangel an Geld und Benzin stellten die Bevölkerung des Landes vor "ernste Probleme", erklärte UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos in New York. Angaben zur Zahl der Todesopfer seit Beginn des Konfliktes Mitte Februar nannte Amos nicht. afp/dpa