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Zwölf Tote, über 150 Verletzte: Bombenanschlag in Minsk: Zwei mutmaßliche Täter im Visier

Zwölf Tote, über 150 Verletzte

Bombenanschlag in Minsk: Zwei mutmaßliche Täter im Visier

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    Die weißrussischen Behörden melden nach dem Anschlag in der Minsker Metro immer mehr Tote. dpa
    Die weißrussischen Behörden melden nach dem Anschlag in der Minsker Metro immer mehr Tote. dpa

    Die Zahl der Toten nach dem Bombenanschlag auf die Metro in Minsk steigt. Inzwischen ist von mindestens zwölf Todesopfern die Rede. Währenddessen ist die Identität der Täter offenbar bekannt geworden. Eigenen Angaben zufolge haben die Behörden von Weißrussland zwei mutmaßliche Täter im Visier.

    Suche nach den Tätern läuft

    Wie Innenminister Anatoli Kuleschow sagt, sei die Identität der Männer bekannt. "Die Suche nach ihnen läuft." Möglicherweise gebe es aber noch mehr Verdächtige. Bislang galt Weißrussland nicht als Ziel terroristischer Anschläge. Die Generalstaatsanwaltschaft stuft die Explosion jedoch als Terroranschlag ein.

    Anschlag in Minsk: Bislang neun Tote identifiziert

    Bei dem Attentat in der Metro wurden mehr als 150 Menschen verletzt worden. 40 Menschen befinden sich noch in kritischem Zustand. Die Bombe sei vermutlich per Fernzünder im Berufsverkehr ausgelöst worden, sagte Innenminister Kuleschow. Der mit Metallteilen gespickte Sprengsatz mit fünf bis sieben Kilogramm TNT war am Vortag unter einer Sitzbank auf dem Bahnsteig der zentralen Haltestelle Oktjabrskaja versteckt worden. In der Nähe liegt auch eine Residenz Lukaschenkos. Bislang wurden neun Tote identifiziert.

    Das weißrussische Staatsfernsehen zeigte, wie zahlreiche Menschen Blumen vor dem Eingang zur Metrostation niederlegten und dort brennende Kerzen aufstellten. Einige Passanten konnten die Tränen nicht unterdrücken. "Es ist schrecklich", sagte eine Studentin. In der stark beschädigten Station suchten KGB-Experten nach Spuren. Vor der Haltestelle schirmten schwer bewaffnete Sicherheitskräfte den Tatort ab. Die betroffene Metrolinie war zunächst außer Betrieb. Die Behörden stellten an mehreren Stationen Metalldetektoren auf.

    Geheimdienst KGB sucht nach Tätern

    Präsident Alexander Lukaschenko forderte den Geheimdienst KGB auf, das Land auf der Suche nach den Tätern "auf den Kopf zu stellen". Beobachter erwarten, dass der seit 1994 regierende "letzte Diktator Europas" nun die Daumenschrauben noch fester anziehen wird. Lukaschenko sagte, es gebe möglicherweise eine Verbindung zu einem Bombenanschlag am Tag der Unabhängigkeit in Minsk im Juli 2008 mit etwa 50 Verletzten. Der KGB hatte damals vier mutmaßliche Mitglieder der nationalistischen Untergrundorganisation Weiße Legion unter Terrorverdacht festgenommen. Der Fall wurde allerdings nie aufgeklärt.

    Lukaschenko befahl, alle Militärlager im Land auf fehlenden Sprengstoff zu überprüfen. Die Grenzkontrollen wurden verschärft. Russland schickte Experten seines Inlandsgeheimdiensts FSB, die bei den Ermittlungen helfen sollen, sowie Ärzte. An diesem Mittwoch will das Land der Opfer mit einem Tag der Trauer gedenken.

    Unterdessen mehren sich die Stimmen, die eine Beteiligung der weißrussischen Führung an der Bluttat nicht ausschließen. "Der Anschlag nützt denen, die einen Ausnahmezustand im Land und ein Abrücken Weißrusslands vom Westen wollen und zudem die Opposition verleumden", sagte der oppositionelle Ex-Präsidentenkandidat Alexander Milinkewitsch.

    Zahlreiche Regierungsgegner sitzen im Gefängnis oder stehen unter Hausarrest. Führende Oppositionelle flüchteten ins Ausland, nachdem das Regime Proteste gegen die von Fälschungsvorwürfen überschattete Präsidentenwahl im Dezember 2010 niedergeknüppelt hatte. dpa

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