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Rücktritt des Schalke-Trainers: Burnout: wenn das Feuer erlischt

Rücktritt des Schalke-Trainers

Burnout: wenn das Feuer erlischt

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    Ralf Rangnick ist als Trainer des FC Schalke 04 zurückgetreten.
    Ralf Rangnick ist als Trainer des FC Schalke 04 zurückgetreten. Foto: dpa

    Sven Hannawald war wohl der Erste. Zumindest der Erste, der mit dieser Krankheit Schlagzeilen machte. Im April 2004 wurde bekannt, dass der Skisprungstar sich in stationäre Behandlung begeben hatte. Er litt am Burnout-Syndrom.

    Viele haben den Begriff damals wahrscheinlich zum ersten Mal gehört – Burnout, ein englisches Wort, das so viel wie „ausgebrannt“ bedeutet. Ausgebrannt, ausgelaugt, leer: Es gibt Schätzungen, denen zufolge bereits jeder fünfte Deutsche unter typischen Stresssymptomen wie Kopfschmerzen, Herzrasen, Schlafstörungen oder Durchfall leide. Jeder zehnte Krankheitstag soll stressbedingt sein.

    Depressionen können folgen

    Stress ist eine der Vorstufen zum „Ausbrennen“. Und das Burnout-Syndrom wiederum kann zur Depression führen. Laut Experten leiden bereits vier Millionen Deutsche an Depressionen, also rund fünf Prozent der Bevölkerung.

    Ob der moderne Mensch tatsächlich immer kränker wird oder ob inzwischen bereits zur Krankheit „befördert“ wird, was früher als Verstimmung oder Überarbeitung eingestuft worden wäre, ist schwer zu beantworten.

    Profis mit Burn-Out oder Depressionen

    Sebastian Deisler: Der Fußballspieler des FC Bayern München ließ sich 2003 wegen anhaltender Depressionen stationär behandeln. 2007 beendete Deisler wegen Verletzungen und dem Druck im Fußball-Geschäft seine Karriere im Alter von 27 Jahren.

    Jan Simak: Der Fußball-Profi galt einst als Wunderknabe. Er wurde von Bayer Leverkusen als Nachfolger von Michael Ballack verpflichtet. Den Erwartungen in ihn wurde Simak allerdings nie gerecht. Er zog sich 2003 - mittlerweile ausgeliehen an Hannover 96 - wegen einem Erschöpfungssyndrom in Verbindung mit schweren Depressionen zurück. Simak hatte auch Probleme mit Alkohol. Seit einem Entzug zeigt Simak wieder passable Leistungen. Momentan spielt er bei Carl Zeiss Jena.

    Gianluigi Buffon: In den Jahren 2003 und 2004 litt der italienische Nationaltorhüter an starken Depressionen. Mittels Therapie zog sich Buffon aus dem Tief.

    Robert Enke: Der Nationaltorhüter und Spieler von Hannover 96 litt seit 2003 an starken Depressionen. Er ließ sich immer wieder therapeutisch behandeln. Einen Erfolg hatte die Behandlung allerdings nicht. Robert Enke nahm sich am 10. November 2009 das Leben.

    Andreas Biermann: Am 20. November 2009 gab der Profi von St. Pauli bekannt, dass er wie Enke an Depressionen leidet und sich stationär behandeln lässt. Biermann hatte im Oktober versucht, sich das Leben zu nehmen. Er überlebte. Mittlerweile spielt der 30-Jährige für den FC Spandau 06, weil St. Pauli seinen Vertrag nicht mehr verlängerte.

    Markus Miller: Der ehemalige FCA-Torhüter gab im September 2011 bekannt, dass er an einem angehenden Burnout leidet. Er will die Krankheit mit Hilfe einer stationären Therapie in den Griff bekommen. Miller setzte bewusst die Öffentlichkeit über seine Krankheit in Kenntnis.

    Ralf Rangnick: Der Fußball-Trainer von Schalke 04 legte am 22. September 2011 seine Arbeit beim Bundesligisten nieder. Rangnick äußerte sich in der Öffentlichkeit, dass er momentan nicht die Kraft für eine solche Aufgabe hat. Rangnick zieht sich mit einem Erschöpfungssyndrom aus dem aktiven Profi-Geschäft zurück.

    Sven Hannawald: Der ehemalige Olympia-Sieger im Skisprung beendete im Jahr 2005 seine aktive Karriere. Ein Jahr zuvor begab sich die damalige Nummer eins im Skisport in stationäre Behandlung wegen eines Burnout-Syndroms. Nach erfolgreicher Therapie wendete sich Hannawald vom aktiven Leistungssport ab.

    Florian Mayer: Der Profi-Tennisspieler legte im Jahr 2008 eine sechsmonatige Pause vom Profi-Sport ein. Erst im Jahr 2011 gab Mayer bekannt, dass er sich in dieser Zeit in einem tiefen mentalen Loch befand. Mittlerweile hat Mayer aber seinen Burnout überwunden und ist ins Profi-Tennis zurückgekehrt.

    Unstrittig ist: Das Thema „Burn-out“ ist kein Tabu mehr. Es wird immer offensiver damit umgegangen. Die Medienwissenschaftlerin Miriam Meckel hat als Betroffene ein Buch darüber geschrieben, Prominente wie die Fernsehköche Johann Lafer und Tim Mälzer oder Peter Plate, der Sänger der Popgruppe Rosenstolz, haben ihre Probleme öffentlich gemacht.

    Gestern tat das auch Ralf Rangnick. Der Trainer des Bundesligisten Schalke 04 erklärte überraschend seinen sofortigen Rücktritt. In der Bundesliga löste er damit große Betroffenheit aus. Weitere Reaktionen auf seinen Schritt sowie ein Porträt von Ralf Rangnick lesen Sie im Sport. Und in der Randbemerkung beschäftigt sich Anton Schwankhart mit dem „Leben auf der Überholspur“. AZ

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