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Porträt: Bushido - der Rüpelrapper

Porträt

Bushido - der Rüpelrapper

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    Um Bushidos Bambi gab es viel Wirbel. Foto: Frank Rumpenhorst dpa
    Um Bushidos Bambi gab es viel Wirbel. Foto: Frank Rumpenhorst dpa

    Er ist sichtlich nervös gewesen und hat sich bei seiner Bambi-Rede immer wieder verhaspelt. Doch Bushido reagierte ansonsten auf die Kritik an seiner Ehrung mit einem Bambi für Integration so wie immer, wenn er hart angegriffen wird. Er tat so, als würden all die Angriffe an ihm abprallen wie an einem Kettenhemd.

    Doch Anis Mohamed Youssef Ferchichi, wie der Rüpelrapper mit bürgerlichem Namen heißt, ist kein seelenloser Brutalo. Zumindest behaupten das die, die ihn näher kennen. Im Gegenteil, seit er sich als Musiker etablierte, versucht der frühere Saulus sich durchaus mit persönlichem Einsatz zum Paulus zu wandeln, um gesellschaftlich hoffähig zu werden.

    Er sei jetzt 33 Jahre alt und habe gelernt, „dass das, was ich gemacht habe, falsch war“, sagte Bushido bei der Bambi-Gala. Und er betonte: „Ich hätte gern viel mehr für die Integration in Deutschland getan. Allerdings hat mich niemand gefragt.“

    Dass dies lange Zeit unterblieb, ist nicht verwunderlich. Denn vor allem seine frühen Reime sind extrem menschenverachtend. „Nutte“ ist dabei das von Bushido am häufigsten gebrauchte Wort. Es steht gewissermaßen als Synonym für Frau. Der Musiker wehrt zwar ab, er meine damit nicht Frauen im Allgemeinen, sondern, so wörtlich, „echte Schlampen“. Die Texte sprechen jedoch eine andere Sprache. Die gewaltverherrlichende Gossenlyrik selbst ist an dieser Stelle nicht zitierbar. Auf solche Provokationen gründete der Sohn eines Tunesiers und einer Deutschen in Berlin um die Jahrtausendwende nach einer schwierigen Jugend im Zuge des Rap-Hypes seine steile Karriere. Die war ihm nicht in die Wiege gelegt.

    Ferchichi lebte in bürgerlichen Verhältnissen bei seiner Mutter und ging bis zur elften Klasse auf das Gymnasium. Dann verließ er die Schule und rutschte prompt ab: Drogen und Schlägereien begleiteten ihn in dieser Zeit.

    „Bushido“, der Künstlername kommt aus dem Japanischen und bedeutet „Weg des Kriegers“, setzte die Brutalität, die er auf den Straßen der Hauptstadt erlebte, allerdings auch in künstlerische Energie um. Erst sprühte er Graffitis, später nahm er Kassetten mit seiner Musik auf. Der Gangstarapper wurde entdeckt, verkaufte binnen weniger Jahre Millionen Tonträger und heimste alle Musikpreise Europas ein. Bushido wurde zum Idol der Getto-Kinder, später sogar zu einer Art Rap-Ikone. Bernd Eichinger drehte über sein junges Leben schon einen Spielfilm.

    Heute ist der Multimillionär Inhaber des Plattenlabels „ersguterjunge“ und Immobilien-Unternehmer. Seine aktuelle Freundin ist die Ex-Freundin des Fußballstars Mesut Özil, Anna-Maria Lagerblom.

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