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Diskussion um Atomkraft: CSU will Kraftwerk Isar 1 abschalten

Diskussion um Atomkraft

CSU will Kraftwerk Isar 1 abschalten

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    Die Atomkraftwerke Isar 1 und 2 in Niederaichbach (Niederbayern) Foto: dpa/lby
    Die Atomkraftwerke Isar 1 und 2 in Niederaichbach (Niederbayern) Foto: dpa/lby Foto: Armin Weigel

    Die CSU will offenbar den Atomreaktor Isar 1 abschalten. Das melden übereinstimmenden Berichte. "Wenn die Laufzeitverlängerung ausgesetzt wird, muss Isar 1 in diesem Jahr vom Netz. Ich glaube, es sollte dann abgeschaltet bleiben", sagte Umweltminister Markus Söder dem "Münchner Merkur" (Dienstagausgabe). Er begründete dies damit, dass "nach Einschätzung von Experten eine bautechnische Nachrüstung gegen den Absturz eines Verkehrsflugzeugs kaum möglich ist."

    Die "Passauer Neue Presse" berichtete unterdessen unter Berufung auf Kreise, dass sich das CSU-Präsidium in einer Telefonschaltkonferenz für eine Abschaltung des Kernkraftwerks ausgesprochen habe. Es habe zwar keinen formellen Beschluss gegeben, seitens der Präsidiumsmitglieder und des Parteichefs und Ministerpräsidenten Horst Seehofer habe Söder aber volle Rückendeckung und Unterstützung für seinen Vorstoß erhalten.

    Der Zeitungsgruppe "Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung" sagte der CSU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Götzer: "Isar 1 wird wohl abgeschaltet." Er gehe davon aus, dass Seehofer eine entsprechende Erklärung bereits in den nächsten Tagen abgeben werde. "Nach der fast apokalyptischen Katastrophe in Japan können wir in Deutschland nicht weitermachen wie bisher", sagte Götzer.

    Zum Zeitrahmen einer Abschaltung sagte Söder: "Im Mai liefe die reguläre Laufzeit aus. Zu diesem Termin könnte man die Anlage vom Netz nehmen, wenn der Bund dies gesetzlich regelt." Man müsse alle Sicherheitsbestimmungen "gründlich überarbeiten. Kriterium dürfe nicht allein die Wahrscheinlichkeit von Ereignissen sein, sondern bereits die theoretische Möglichkeit. "Ich denke hier insbesondere an die Möglichkeit von Flugzeugabstürzen über den Anlagen."

    Zudem verlangte Söder, darüber nachzudenken, ob die Kürzung der Solarförderung durch den Bund so bleiben könne. "Wir brauchen den Umstieg von der Kernenergie auf erneuerbare Energien schneller als geplant. Der Staat muss mehr Fördermittel zur Verfügung stellen und wir brauchen einen ambitionierteren Zeitplan." Für Bayern bedeute dies, dass es "sein Gesicht verändern" werde: "Mehr Windkraft, mehr Solaranlagen, mehr Biogas." dapd

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