Das sagte Clinton am Freitag (Ortszeit) in einem gemeinsamen Interview von israelischen und palästinensischen Sendern. Unterdessen kündigte die radikal- islamische Hamas-Organisation neue Gewaltakte gegen jüdische Siedler im Westjordanland an.
Außenministerin Clinton betonte, es gebe für den Fall eines Abbruchs der Gespräche keinen Alternativplan. "Dann werden, befürchte ich, die Kräfte der Zerstörung, die Kräfte des Negativen auf beiden Seiten an Stärke zunehmen", sagte sie laut Interview-Mitschrift ihres Ministeriums. Der Iran statte Terroristen mit Waffen aus, welche die Völker beider Seiten und in vielen anderen arabischen Staaten in große Gefahr brächten.
Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 14. und 15. September im Nahen Osten geplant, vermutlich im ägyptischen Scharm el Scheich. Daran sollen auch Clinton und der US-Sondergesandte George Mitchell teilnehmen.
Die Hamas-Führung bezeichnete unterdessen Angriffe auf israelische Zivilisten im Westjordanland als "legitim". Die Siedler seien schwer bewaffnet und bildeten die Reserve für die israelischen Streitkräfte. Unmittelbar vor Beginn der Nahost-Friedensgespräche Anfang September waren bei Anschlägen im Westjordanland vier israelische Siedler getötet worden.
Sicherheitskräfte der Hamas verhafteten in der Nacht auf Samstag den angesehenen Arzt und Leiter der Rettungskräfte im Gaza-Streifen, Moawija Hassanein. Das teilte Hassaneins Bruder Halim in Gaza-Stadt mit. Der Arzt, Anhänger der konkurrierenden Fatah-Organisation, hatte im Gaza-Krieg zum Jahreswechsel 2009 die Öffentlichkeit über Opferzahlen der israelischen Angriffe informiert.
Außenminister Guido Westerwelle (FDP) bewertete den Auftakt der Nahost-Gespräche in Washington als Erfolg. Für den weiteren Verlauf zeigte er sich aber nur verhalten optimistisch. "Die Gespräche finden unter sehr schwierigen Umständen statt, deshalb ist schon allein ihr Beginn ein Erfolg", sagte Westerwelle der "Welt am Sonntag". Ziel der deutschen Außenpolitik sei es, die moderaten Kräfte in der Konfliktregion zu stärken.
Bei den ersten Friedensgesprächen seit zwei Jahren bekräftigten Israels Präsident Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, gegen den Widerstand radikaler Kräfte im eigenen Lager innerhalb eines Jahres eine Friedenslösung erreichen zu wollen.
Ägypten sieht die Aussicht auf einen Erfolg der Nahost-Friedensgespräche bei 50:50. "Es gibt jeweils eine 50-Prozent- Chance für einen Erfolg oder ein Scheitern", sagte Außenminister Ahmed Abul Gheit der Kairoer Zeitung "Al-Ahram" (Samstag). Die USA steckten in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. "Deshalb wollen sie Erfolge und der Erfolg des Friedensprozesses ist eine Möglichkeit." Es sei für die Palästinenser sehr wichtig, die Gespräche fortzusetzen, um einen Staat zu erhalten.