"Märkische Allgemeine" zu Koran/Salafisten: "Manche deutsche Stadtverwaltung wird Mittel und Wege finden, die Koran-Verteilungen der Salafisten zu verbieten. Pyrrhussiege wären es, mehr nicht. Die Islamisten würden sich nur zu gern als Opfer inszenieren. Tatsächlich ist eine Koran-Verteilung als solche rechtlich nicht anzuzweifeln. Das Grundgesetz garantiert Glaubensfreiheit, und wenn eine Heilige Schrift nicht gegen unsere Verfassung verstößt - und das tut auch der Koran nicht - dann gibt es keine Rechtfertigung, diesen Versuch der Missionierung zu unterbinden. Die Salafisten freilich sind mehrheitlich selbsterklärte Feinde einer jeden freiheitlichen Grundordnung. Doch diese klare Front erleichtert die Auseinandersetzung: Niemand muss ihren Koran annehmen." Salafisten setzen Koran-Verteilung fort
In Deutschland kann Korane verschenken, wer will
"Mannheimer Morgen" zu Salafisten: "Selbst wenn die Aktion der Salafisten unsere Toleranz auf eine harte Probe stellt: In einem freiheitlichen Staat wie der Bundesrepublik kann Koran-Exemplare verschenken, wer will. Doch Hassprediger, die unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit zur Gewalt gegen Andersgläubige aufrufen, haben in Deutschland nichts zu suchen. Sie müssen in einem rechtsstaatlichen Verfahren ausgewiesen werden. Dies umso mehr, als sie mit ihrer Militanz die große Mehrheit der Muslime diskreditieren, die hier friedfertig und rechtschaffen leben. Freizügigkeit darf nicht mit Füßen getreten werden. Deshalb gilt: null Toleranz für Intolerante. Es wäre zu wünschen, wenn auch die Imame in den Moscheen diese Leitlinie verkünden würden."
"Hessische/Niedersächsische Allgemeine" zur Koranverteilung der Salafisten: "In den siebziger Jahren zogen Hare Krishna-Jünger durch die Fußgängerzonen, dann waren es Werber für Transzendentale Meditation, Scientology und später für Baghwan. Ihre Zielgruppe war stets: Wenig Gefestigte, Gedemütigte, Einsame. Heute sind es also Salafisten, welche die Toleranz unserer demokratischen Gesellschaft ausnutzen, um für Intoleranz zu werben. In Wirklichkeit geht es ja nicht um Gott und Glauben. Das kann jeder nur mit sich selbst ausmachen. Die eigentliche Herausforderung liegt in unserer Demokratie, unserm Verständnis von Menschlichkeit, sozialer Gerechtigkeit, Gleichberechtigung von Mann und Frau, Meinungs- und Gewaltfreiheit. Wir müssen es täglich neu behaupten. Wenn es ein Gutes an den Salafisten gibt, dann dies, dass sie uns daran erinnern."
Passanten meiden in Fußgängerzonen nicht nur Salafisten
"Heilbronner Stimme": "Man hat sich an das Verteilen religiöser Schriften in der Fußgängerzone beim Stadtbummel längst gewöhnt. Die meisten Passanten machen einen Bogen um die Stände, seien sie von den Zeugen Jehovas, der Bahai-Religion, Hare Krishnas oder Muslimen. Verbieten lässt sich das religiöse Werben in einer liberalen Demokratie ohnehin nicht. Auch das Argument, Christen sei das Verteilen der Bibel in muslimischen Ländern unter hoher Strafe verboten, führt ins Leere. Eine weltoffene Gesellschaft verteidigt man nicht mit einer Ungleichbehandlung von Religionen."
"Südwest Presse": "Wenn Salafisten in religiösem Eifer kritische Journalisten bedrohen, muss der Staat ihnen ebenso entgegentreten wie jenen Rechtspopulisten, die sich ermuntert fühlen, die Attacken auf den Islam zu verschärfen. Fanatismus jeglicher Art ist unvereinbar mit einer offenen Demokratie. Aber wir sollten auch nicht jede Propagandaaktion zum Anlass nehmen, in Alarmismus zu verfallen. Damit täten wir Sektierern wie Extremisten den größten Gefallen. Wachsam und wehrhaft sollten wir sein, aber nicht hysterisch. Wir lassen uns Toleranz und Liberalität nicht wegnehmen. Oder um mit Bundespräsident Joachim Gauck zu sprechen: "Euer Hass ist unser Ansporn"."
Vergleich zwischen Salafisten und Kirchenpredigern
Die "Frankfurter Rundschau" bemerkt zur Verteilung von Koran-Exemplaren durch Salafisten in Deutschland: "Wer in der von einigen Salafisten im Internet verbreiteten Äußerung, jeder Nicht-Muslim werde ewig in der Hölle schmoren, einen Bruch des Religionsfriedens sieht, mag sogar recht haben. Aber für den Frieden in unserem Gemeinwesen wäre es gut, er würde das auch dann als Straftatbestand sehen, wenn von christlichen Kanzeln herab gepredigt wird: Außerhalb der Kirche gibt es kein Heil. Das Einfachste wäre, wir ließen die Kirchen im Dorf und kümmerten uns um die Gewalttäter." Rekord-Koran wiegt halbe Tonne
Der Berliner "Tagesspiegel" befasst sich mit der Verteilung von Koran-Exemplaren durch Salafisten in Deutschland: "Das Recht auf freie Meinungsäußerung und das Recht, seine Religion zu leben, hat in einem liberalen Rechtsstaat jede und jeder, mögen sie anderen Mitmenschen, politisch, religiös, (...) noch so unangenehm sein. Im Gegenteil: Womöglich bemisst sich gerade am Maß des Widerwillens die Liberalität einer Gesellschaft. 'Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden.' Rosa Luxemburgs Satz war vor gut zwei Jahrzehnten der Schrei der DDR-Bürgerrechtsbewegung. (...) Auch eine Demokratie, die sich für gelungen hält, darf ab und zu an diesem Satz Maß nehmen, wenn sie eine bleiben will. Wenn bestimmte Rechte davon abhängen, ob ihre Träger die richtige Geisteshaltung, Moral oder auch Herkunft mitbringen, sind sie keine mehr."
Koranverteilung schadet nicht nur Salafisten
"Wetzlarer Neue Zeitung" zu Islamisten: "Journalisten in Deutschland werden in Internet-Videos von Islamisten bedroht. Einerseits zeigen diese radikalen Fundamentalisten so ihr wahres Gesicht: Sie dulden keine kritischen Fragen oder gar Widerspruch. Sie stellen sich gegen die Fundamente unserer Gesellschaft - zu der auch die Presse- und Meinungsfreiheit gehört. Sie stellen sich aber so auch gegen die vielen Muslime in Deutschland, die mit solchen Radikalen nichts zu tun haben wollen. Wenn sich die Salafisten zum Ziel gesetzt haben, Hass zu säen, so sollte man ihnen nicht in die Hände spielen, indem sich unsere freie Gesellschaft durch eine radikale Minderheit gegen die vielen friedlichen Muslime in Deutschland aufhetzen lässt." afp/dpa/AZ