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Portrait: Evi Müller: Die Ehrenretterin

Portrait

Evi Müller: Die Ehrenretterin

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    Die neue Geschäftsführerin und Tochter des Unternehmensgründers von Müller Brot, Evi Müller.
    Die neue Geschäftsführerin und Tochter des Unternehmensgründers von Müller Brot, Evi Müller.

    Evi Müller hatte schon früher in der Führung des Konzerns mitgearbeitet. Bis zum Verkauf im Jahr 2003. Danach gründete die Diplom-Kauffrau eine eigene Firma: die Bayerisch-Bretonische Backwarenvertriebs GmbH mit „Brioche Dorée“-Filialen in Einkaufszentren, im Münchner Hauptbahnhof und am Hamburger Jungfernstieg. Und die Mutter dreier Kinder war auf dem Oktoberfest auch noch „nebenbei die Brezn-Queen der Wiesn“, wie der Klatschkolumnist Michael Graeter einmal schrieb.

    Die Brezen-Queen hat nun das Zepter in der Hand

    Dass die Brezn-Queen nun das Back-Zepter bei Müller-Brot in die Hand nimmt, stößt bei Belegschaft, Gewerkschaft und Politik auf breite Zustimmung. „Mit dieser Entscheidung hat das unwürdige und menschenverachtende Schauspiel, das der Vorbesitzer Klaus Ostendorf auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen hat, ein Ende“, kommentierte Freddy Adjan, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, die neue Situation.

    Müller-Brot: Der Absturz kam in Januar 2012

    Müller-Brot. Einst ein Unternehmen mit 3000 Mitarbeitern und 425 Millionen Euro Umsatz. Ein Unternehmen, das zeitweilig der viertgrößte Backwarenhersteller Europas war. All das war einmal. 2003 wurde die Kette an den Investor Klaus Ostendorf verkauft. Schon damals hatte es erhebliche Probleme mit der Sauberkeit gegeben, wie sich erst jetzt herausgestellt hat. Im Januar 2012 folgte der endgültige Absturz: Kakerlaken, tote Mäuse, Insolvenz. Der Ofen war aus. Als Müller-Brot von der Lebensmittelaufsicht geschlossen wurde, reagierte Evi Müller entsetzt: „Unser Name wird durch den Dreck gezogen. Ich schäme mich zutiefst.“

    Die Skandale will sie hinter sich lassen. Ein Neustart soll her. Besser noch eine Neuerfindung, denn der Ruf der Bäckereikette ist inzwischen am Boden. Eine Möglichkeit, die Müller in Betracht zieht: das Firmenlogo austauschen. Der Name soll aber bleiben. Ansonsten setzt sie auf altbewährte Backrezepte, um das Vertrauen der Kunden wiederzugewinnen. Keine leichte Aufgabe. Auf 16 Facebook-Freunde lässt sich so ein Neustart jedenfalls nicht gründen.

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