Dienstag, 21. Oktober 2014

07. Dezember 2012 06:15 Uhr

Stadthagen

Explosion im Briefkasten von SPD-Politiker Edathy

Durch eine Explosion ist der Bürobriefkasten des NSU-Ausschussvorsitzenden Sebastian Edathy in Stadthagen (Niedersachsen) zerstört worden. Der Staatsschutz ermittelt.

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Noch immer ist unklar, wer den mutmaßlichen Sprengstoffanschlag auf das Büro von SPD-Politiker Edathy verübt hat. Der Staatsschutz hat nun die Suche nach dem Täter übernommen.  Denn einem Sprecher der Polizei Stadthagen zufolge könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Explosion im Briefkasten einen politischen Hintergrund haben könnte. Allerdings gebe es bislang keine Hinweise darauf.

Edathy leitet den NSU-Untersuchungsausschuss

Der Vorfall ereignete sich im Kreis Schaumburg, der in Niedersachsen als eine der Hochburgen der rechtsextremen Szene gilt. Auch der mutmaßlichen Terrorhelfer Holger G. lebte dort bis zu seiner Festnahme. Der 43 Jahre alte SPD-Bundestagsabgeordnete Edathy leitet seit Anfang des Jahres den NSU-Untersuchungsausschuss, der die Pannen und Fehleinschätzungen im Zusammenhang mit der Neonazi-Terrorzelle NSU untersucht.

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Edathy: Passanten hätten verletzt werden können

"Passanten hätten durch umherfliegende Teile verletzt werden können", sagte Edathy der Nachrichtenagentur dpa. Er wolle sich aber nicht an Spekulationen beteiligen und verwies auf die laufenden Ermittlungen. Auf seiner Facebook-Seite schrieb er, die Polizei gehe von einem Sprengsatz aus. Das bestätigte der Polizeisprecher aber nicht. Noch sei völlig unklar, wodurch die Explosion ausgelöst wurde.

Edathy engagiert sich gegen Rechtsextremismus

Der studierte Soziologe engagiert sich seit langem gegen Rechtsextremismus. Sein Vater stammt aus Indien. Die Versäumnisse bei den Ermittlungen gegen die rechtsextremen Mörder und die Aktenvernichtung durch staatliche Behörden hätten Bestürzung und Fassungslosigkeit ausgelöst, sagte Edathy Mitte November.

Pro NPD-Verbotsverfahren

Es könne nun zu Recht erwartet werden, dass bei der Aufklärung der Vorgänge keine Fragen offen blieben. "Da stehen wir in einer großen Verantwortung", betonte er. Der SPD-Politiker befürwortet auch grundsätzlich ein neues Verbotsverfahren gegen die rechtsextreme NPD. (dpa, AZ)

 

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