Sonntag, 19. Mai 2013

08. Januar 2012 13:26 Uhr

Saarbrücken

FDP-Chef erfuhr von Koalitions-Aus per SMS im Kreißsaal

Ausgerechnet während der Geburt seiner Tochter ist der saarländische FDP-Chef Oliver Luksic vom Aus der Jamaika-Koalition überrascht worden.

Saarlands FDP-Chef Oliver Luksic.

Saarlands FDP-Chef Oliver Luksic saß gerade im Kreißsaal, als er von dem Aus der Jamaika-Koalition erfuhr.  Luksics Ehefrau Katharina brachte die gemeinsame Tochter Lina Sophie zur Welt, als der FDP-Politiker per SMS davon überrascht wurde.  «Ich saß mitten im Kreißsaal, als die SMS von Parteifreunden eintrafen, die mich fragten, was da los sei», sagte der 32-Jährige der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag. Er warf Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) «schlechten Stil» vor. Auch der Landesvorsitzende des bisherigen Koalitionspartners Grüne, Hubert Ulrich, habe erst von Journalisten erfahren, dass das Ende der schwarz-gelb-grünen Koalition beschlossene Sache sei.

Bruch der Jamaika-Koalition sorgt für Empörung

Annegret Kramp-Karrenbauer, saarländische Regierungschefin , hatte am  Freitag wegen der anhaltenden Zerwürfnisse in der Landes-FDP das im  Jahr 2009 geschlossene Regierungsbündnis aufgekündigt. Zugleich bot  sie der Saar-SPD Gespräche über die Bildung einer tragfähigen  Regierung «auf Augenhöhe» an.

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Der Bruch der  Jamaika-Koalition in Saarbrücken hat in der FDP für Empörung  gesorgt. Die stellvertretende Parteivorsitzende Sabine  Leutheusser-Schnarrenberger nannte das Vorgehen von  Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) einen  «Affront». Derweil sprach sich die Saar-SPD für  Sondierungsgespräche mit der CDU aus. Chronologie: Anfang und Ende von Jamaika

Überrascht vom Entschluss Kramp-Karrenbauers

»Es gehört doch zum guten Stil, dass man erst das Gespräch und  dann die Öffentlichkeit sucht», sagte Leutheusser-Schnarrenberger  der «B.Z. am Sonntag». «Für die FDP ist das ein Affront.» Zudem  kritisierte die Bundesjustizministerin, dass Kramp-Karrenbauer  «ihren Aufschlag» genau während des traditionellen  FDP-Dreikönigstreffen in Stuttgart gemacht habe. FDP-Fraktionschef  Rainer Brüderle zeigte sich in der «Mainzer Allgemeinen Zeitung»  vom Samstag «überrascht» vom Entschluss der CDU-Ministerpräsidentin. dpa/afp/AZ

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