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Statistisches Bundesamt: Fast jeder sechste Deutsche von Armut bedroht

Statistisches Bundesamt

Fast jeder sechste Deutsche von Armut bedroht

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    Nach EU-Definition beginnt bei einem Monatseinkommen von 940 Euro für einen Single - inklusive staatlicher Sozialleistungen -  die Armut.
    Nach EU-Definition beginnt bei einem Monatseinkommen von 940 Euro für einen Single - inklusive staatlicher Sozialleistungen - die Armut. Foto: Franz-Peter Tschauner dpa

    Der Anteil der armutsgefährdeten Menschen lag im Jahr 2009 mit 15,6 Prozent höher als in den meisten Nachbarstaaten, aber unter dem EU-weiten Durchschnitt, wie das  Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Auch die  Ungleichheit der Einkommen war demnach hierzulande geringer ausgeprägt als in anderen EU-Ländern.

    Armut: Deutschland liegt im Mittelfeld

    Armutsgefährdet ist nach Definition der EU, wer nach  Einbeziehung staatlicher Transferleistungen ein Einkommen von  weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung des Landes, in dem er lebt, zur Verfügung hat. In  Deutschland belief sich nach Angaben der Statistiker 2009 der Schwellenwert für Alleinerziehende auf 11.278 Euro im Jahr, rund 940 Euro pro Monat.

    Mit einem Anteil von 15,6 Prozent armutsgefährdeten Menschen  liegt Deutschland den Angaben zufolge EU-weit im Mittelfeld und 0,8  Prozentpunkte unter dem EU-Durchschnitt von 16,4 Prozent.  Verglichen mit den direkten Nachbarn Belgien, Dänemark, Frankreich,  Luxemburg, den Niederlanden, Österreich und Tschechien schneidet  Deutschland 2009 jedoch weniger gut ab. In diesen Ländern lag die  Quote zwischen neun Prozent in Tschechien und 14,6 Prozent in  Belgien. Nur im Nachbarland Polen war der Anteil der  armutsgefährdeten Bevölkerung mit 17,6 Prozent höher als  hierzulande.

    Größte Einkommensungleichheit in Litauen

    Für die Berechnung der Ungleichheit der Einkommen bezogen die  Statistiker die Daten des oberen und unteren Fünftels der  Bevölkerung ein. In Deutschland lag das Einkommen der 20 Prozent  mit dem höchsten Einkommen den Angaben zufolge 2009 insgesamt 4,5  mal so hoch wie das der Einkommensschwächsten und damit unter dem  EU-Durchschnitt von 5,0.

    Die EU-Staaten mit den höchsten Armutsgefährdungsquoten lagen demnach auch bei der Einkommensungleichheit vorne: In Litauen war dieser Wert mit 7,3 am höchsten, gefolgt von Lettland und Spanien (jeweils 6,9), Rumänien (6,0), Bulgarien (5,9) und Griechenland  (5,6). Die Daten wurden 2010 im Rahmen der europaweiten Ermittlung  der Einkommens- und Lebenssituation in den EU-Staaten (EU-SILC)  erhoben. afp

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