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Libyen: Gold, Lügen und Gaddafi

Libyen

Gold, Lügen und Gaddafi

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    Nach Angaben seines Sprechers befindet sich Gaddafi noch immer in Libyen. dpa
    Nach Angaben seines Sprechers befindet sich Gaddafi noch immer in Libyen. dpa

    Während sich der Chef der libyschen Übergangsregierung, Mahmud Dschibril, um Einheit bemüht und den früheren Machthaber Muammar al Gaddafi als Figur der Vergangenheit bezeichnet, sorgt Letzterer noch immer für Schlagzeilen. Der syrische Fernsehsender übertrug am Donnerstag eine Audiobotschaft, in der Gaddafi seine Flucht nach Niger  dementiert und der NATO und seinen Gegnern prophezeit, sie würden den Kampf um Libyen verlieren.

    Auch Dschibril ist sich sicher, dass dieser Kampf noch nicht zu Ende ist, sagte er am Donnerstag in Tripolis. Noch immer würden Teile des Landes von Gaddafi-Treuen kontrolliert. Erst wenn ganz Libyen "befreit" sei, könne eine neue Regierung gebildet werden. Es war Dschibrils erster Auftritt in Tripolis, seit die Aufständischen im vergangenen Monat die Stadt erstürmt und damit Gaddafis Herrschaft faktisch beendet haben.

    Gene Cretz, US-Botschafter in Libyen, warnte indes, dass der untergetauchte Gaddafi weiter eine "Gefahr" für die neue libysche  Führung darstelle. Es sei für den Übergangsrat "sehr wichtig", Gaddafi vor  Gericht zu stellen - jetzt, da er den Machthaber gestürzt und seine  Kämpfer größtenteils besiegt habe.

    Ein Fünftel der gesamten Goldreserven des Landes sind mit Gaddafi unterwegs

    Gaddafi seinerseits hat vorgesorgt: Wie der Gouverneur der libyschen Zentralbank, Kassem Assos, sagte , hatte der Machtbaber  kurz vor der Einnahme seines  Hauptquartiers in Tripolis am 23. August 29 Tonnen aus den  libyschen Goldbeständen zu Geld gemacht. Dies entspreche mehr als  einem Fünftel der gesamten Goldreserven; der Wert belaufe sich auf  mehr als eine Milliarde Dollar (mehr als 711 Millionen Euro). Ein  Zentralbankvertreter vermutete, dass das Gold wahrscheinlich über  Tunesien außer Landes geschafft wurde. Die Guthaben der libyschen  Zentralbank bezifferte Assos auf 115 Milliarden US-Dollar, von  denen sich 90 Milliarden im Ausland befänden.

    Wie Dschibril am Donnerstag weiter mitteilte, richte sich der Exekutiv-Ausschuss des Übergangsrats, wie sich das Kabinett nennt,  nun in der libyschen Hauptstadt Tripolis ein. Die Mitglieder des Gremiums, das bislang in der ostlibyschen Metropole Bengasi ansässig war, machten sich nun nach und nach auf den Weg nach Tripolis. "Dieser Vorgang wird bis Ende nächster Woche beendet sein", fügte er hinzu. Neben der Bildung eines demokratischen Rechtstaates hat der Übergangsrat jedoch noch eine andere wichtige Aufgabe - zumindest aus Sicht der USA und ihrer Verbündeten: Die Verantwortung für die vielen Waffen, die durch den Libyen-Konflikt verbreitet wurden. General Carter Ham,  Chef des Afrika-Kommandos der US-Streitkräfte (AFRICOM), sagte in  Algier, die Menge an Kleinfeuerwaffen,  schultergestützten Flugabwehrraketen, Sprengstoff und anderem Militärmaterial sei Besorgnis erregend. afp/dpa

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