Vielen Schülern in Griechenland geht es schlecht. Damit ihnen wenigstens geregelte Mahlzeiten zugesichert sind, hat das griechische Bildungsministerium am Montag angekündigt, Lebensmittelcoupons zu verteilen. So sollen die durch die staatlichen Sparmaßnahmen am härtesten betroffenen Schüler und Familien Unterstützung bekommen.
Unterernährte Schüler fielen während des Unterrrichts in Ohnmacht
Von kommender Woche an sollten an 18 Schulen in neun Arbeitervierteln kostenlos Coupons für Milch, Früchte und Kekse verteilt werden, sagte der stellvertretende Bildungsminister, Evi Christofilopoulou, dem Parlament nach Angaben der halbamtlichen Nachrichtenagentur ANA.
Die Regierung steht seit Monaten unter Druck zu handeln, nachdem in den Medien Berichte über unterernährte Schüler aufgetaucht waren, die im Unterricht vor Entkräftung in Ohnmacht fielen. Das Bildungsministerium warf daraufhin Lehrer-Gewerkschaften vor, "populistische Propaganda" zu verbreiten, um Stimmung gegen die Sparmaßnahmen der Regierung zu machen.
Strenge Sparmaßnahmen
Das hochverschuldete Land hat im Gegenzug für internationale Hilfe strenge Sparmaßnahmen verordnet. Diese haben die seit Jahren anhaltende Rezession aber noch weiter verschärft. Seit Beginn der Wirtschaftskrise haben in Griechenland fast 900.000 Menschen ihren Job verloren. Hunderttausenden Angestellten und Pensionären ist ihr Einkommen vom Staat gekürzt worden.
Derweil ist nach dem EU-Gipfel in Brüssel ist noch in kleiner Runde über die Lage des hochverschuldeten Griechenlands beraten worden. Bei dem Treffen sei keine Entscheidung getroffen worden, sagte der Chef der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, am frühen Dienstagmorgen.
"Wenn ich nicht zuversichtlich wäre, hätten Sie über meinen Selbstmord berichten können"
Juncker zeigt sich sehr überzeugt vom positiven Ausgang der Beratungen: Er erwarte definitiv, dass in den Verhandlungen noch ein gutes Ergebnis erreicht werde, erklärte er Journalisten - und fügte hinzu: "Wenn ich nicht zuversichtlich wäre, hätten Sie schon vor Monaten über meinen Selbstmord berichten können". Die deutsche Forderung nach einem von der Eurogruppe in Athen eingesetzten Haushaltskommissars stünde demnach nicht mehr zur Diskussion, sie sei vom Tisch. AZ,afp