Von HIV-Infektionen sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Über die Hälfte der 22,5 Millionen Infizierten weltweit sind weiblich.
Norbert Brockmeyer, Sprecher des deutschen Kompetenznetzes HIV/AIDS, forderte anlässlich des Welt-Aids-Tages am Mittwoch eine frauenspezifische HIV-Forschung. Sowohl aus gesellschaftlichen als auch aus anatomischen Gründen sei das Risiko für Frauen, sich mit HIV zu infizieren, höher als für Männer, so der Experte. Zwar seien in Deutschland und in den westlichen Industriestaaten etwa 80 Prozent der Betroffenen männlich, in Südafrika zum Beispiel habe eine Frau aber ein bis zu achtmal höheres Risiko, sich mit HIV zu infizieren als ein Mann.
In Deutschland leben neuen Schätzungen zufolge rund 70.000 Menschen mit HIV oder Aids. Allein dieses Jahr haben sich etwa 3000 Menschen neu mit HIV infiziert.
Die Aids-Hilfe warnt unterdessen vor drohenden Einschnitten bei der Beratung und Betreuung: So gebe es in Bundesländern wie Thüringen, Sachsen oder Nordrhein-Westfalen Hinweise, dass aufgrund zurückgehender finanzieller Mittel von Ländern und Kommunen künftig weniger Beratungsstellen zur Verfügung stehen. "Wenn die derzeitigen Zuwendungen weiter gekürzt werden, wird eine Aids-Beratung in einigen Landkreisen künftig wohl nicht mehr möglich sein", hieß es. AZ/dapd