Radikalislamischen Taliban haben in der afghanischen Hauptstadt Kabul am Dienstag einen groß angelegten Angriff gestartet. Neben einer Reihe von starken Detonationen waren am Nachmittag im Zentrum auch Gefechte mit Schusswaffen zu hören, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Die Polizei erklärte, Aufständische hätten Raketen auf die US-Botschaft abgefeuert. Die afghanische Polizei bestätigte Gefechte unweit der stark gesicherten US-Botschaft. Eine große Gruppe schießt offenbar von einem im Bau befindlichen Bürogebäude aus auf die nahe gelegene Botschaft.
Kabul: Schüsse im Botschafts-Viertel
Ein Augenzeuge berichtete, die Angreifer hätten sich in einem im Bau befindlichen Gebäude verschanzt und lieferten sich Schusswaffengefechte mit Sicherheitskräften. In der Nähe befindet sich auch eine Anlage der afghanischen Armee. Ein weiterer Zeuge sprach von Schüssen in einem Viertel, in dem sich mehrere westliche Botschaften befinden. Sprecher der NATO-geführten internationalen ISAF-Truppe sowie der US-Botschaft wollten zunächst keine Angaben zu dem Angriff machen.
Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu dem Angriff. Ziel der "massiven Selbstmordangriffe" seien Vertretungen afghanischer und ausländischer Geheimdienste, erklärte Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid in einer SMS an die Nachrichtenagentur AFP. Über mögliche Opfer wurde zunächst nichts bekannt. afp/dapd/AZ