Am heutigen Sonntag tagt der Koalitionsausschuss von Schwarz-Geld zum Thema Atom-Ausstieg. Gegenstand der Beratungen dürfte der Zeitpunkt sein sowie die Frage, wie viele Atomkraftwerke nie wieder ans Netz dürfen. Ein Kabinettsbeschluss wird für den 6. Juni angestrebt.
Die Ethikkommission der Bundesregierung hält einen Ausstieg aus der Atomenergie innerhalb eines Jahrzehnts für möglich. Zu diesem Ergebnis kam das Gremium nach dapd-Informationen aus Kommissionskreisen. Das von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eingesetzte Gremium hatte sich am Samstag zu Abschlussberatungen in Berlin getroffen.
CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe hält einen Atom-Ausstieg in den nächsten zehn Jahren ebenfalls für realistisch. Stimmen aus der Koalition mahnten jedoch zur Zurückhaltung. Zuoberst müsse die Versorgungssicherheit gewährleistet bleiben, sagte Gröhe.
Der Bericht soll offiziell am Montag vorgelegt werden und der Bundesregierung als Grundlage für die von ihr geplante Energiewende dienen.
Tausende bei Demos gegen Atomkraft
Gestern waren in Bayern tausende Menschen gegen die Atomkraft auf die Straße gegangen. Nach Angaben der Polizei waren es allein in München rund 11.500 Demonstranten, die Veranstalter sprachen sogar von 25.000. In Fürth marschierten am Nachmittag laut Polizei etwa 5000 für die Abschaltung der Atomkraftwerke, in Landshut waren es ungefähr 3000 Teilnehmer. Die Veranstalter hatten in beiden Städten jeweils 8000 gezählt. AZ, dapd