Bartsch will nicht zur SPD: Dem im Machtkampf der Linken unterlegenen Fraktionsvize Dietmar Bartsch haben SPD-Verantwortliche einen Parteiwechsel nahegelegt. "Dietmar Bartsch ist vernünftig und konstruktiv. Er wäre ein Gewinn für die SPD", sagte der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises, Johannes Kahrs, der "Hamburger Morgenpost".
SPD heißt Bartsch willkommen
SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles sagte lediglich: "Jeder SPD-Ortsverein freut sich über neue Mitglieder." Bartsch lehnte einen Wechsel allerdings ab. "Ich kann die Suche der SPD nach qualifiziertem Personal verstehen. Aber ich stehe dafür nicht zur Verfügung", sagte Bartsch dem Berliner "Tagesspiegel" (Dienstagsausgabe). Er habe sich seit Beginn der 90er Jahre für eine Partei links der SPD engagiert, "und das wird auch so bleiben."
Linke beschwört Einheit
Führende Linken-Politiker haben unterdessen nach der Wahl eines neuen Bundesvorstands die Einheit der Partei beschworen. Der neue Linken-Chef Bernd Riexinger zeigte sich am Montag zuversichtlich, die verschiedenen politischen Lager seiner Partei aus dem Osten und dem Westen wieder zusammenbringen zu können. Ex-Parteichef Oskar Lafontaine forderte, es müssten nun "alle persönlichen Befindlichkeiten" zurückstehen.
Linkspartei: monatelanger Führungsstreit
Nach einem monatelangen Führungsstreit waren der baden-württembergische Landesvorsitzende Riexinger und die bisherige Parteivize Katja Kipping aus Sachsen am Wochenende auf einem Parteitag in Göttingen an die Spitze der Linkspartei gewählt worden.
Während die 34-jährige Bundestagsabgeordnete dem Reformflügel der Partei zugerechnet wird, wird der 56-jährige Gewerkschaftsfunktionär zum radikaleren Teil gezählt. In Göttingen wurde der komplette Vorstand neu gewählt, dem als eine von vier Stellvertretern des Spitzenduos auch die Parteilinke Sahra Wagenknecht angehört.
Linken-Parteitag: Riexinger gewählt
Auf dem Parteitag seien 95 Prozent der Delegierten der Überzeugung gewesen, "dass wir nur als gesamtdeutsche Partei eine Chance haben", sagte Riexinger im Deutschlandfunk. "Alle wissen, als ostdeutsche Regionalpartei hätte die Linke auf die Dauer keine Chance, weder im Westen, noch im Osten." Die inhaltlichen Barrieren seien "nicht unüberwindbar". Er forderte seine Partei nach dem Streit um die Besetzung des neuen Vorstands auf, wieder zur Politik zurückzukehren. (afp, AZ)