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Weißrussland: Metro-Attentäter von Minsk hingerichtet

Weißrussland

Metro-Attentäter von Minsk hingerichtet

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    Rettungskräfte und Passanten tragen im April 2011 in Minsk einen Verletzten zu einem Rettungswagen.
    Rettungskräfte und Passanten tragen im April 2011 in Minsk einen Verletzten zu einem Rettungswagen. Foto: Anton Motolko, dpa

    Knapp ein Jahr nach dem Bombenanschlag auf die U-Bahn der weißrussischen Hauptstadt Minsk sind die beiden verurteilten Täter hingerichtet worden. Trotz internationaler Appelle wurde die Todesstrafe gegen Wladislaw Kowalew und Dmitri Konowalow am Freitag vollstreckt, wie das weißrussische Staatsfernsehen am Sonntag berichtete. Die Urteilsvollstreckung wurde in Deutschland und der EU mit Bestürzung aufgenommen.

    Staatschef Lukaschenko lehnte Gnadengesuch ab

    Die Schwester des 26-jährigen Kowalew hatte bereits am Samstag gesagt, die Familie sei von den Behörden über die Hinrichtung durch Erschießung informiert worden. Am Sonntag bestätigte das weißrussische Staatsfernsehen auch die Urteilsvollstreckung gegen Konowalow. Eine Begnadigung hatte der autoritär regierende Staatschef Alexander Lukaschenko am Mittwoch abgelehnt.

    Der Oberste Gerichtshof hatte Kowalew und Konowalow Ende November wegen des Anschlags auf die Minsker U-Bahn-Station Oktjabrskaja am 11. April zum Tode verurteilt. Bei dem verheerenden Anschlag in der Hauptstadt Weißrusslands starben 15 Menschen, über 160 wurden verletzt. Nach dem Anschlag kamen Spekulationen auf, die Regierung selbst könnte für die Tat verantwortlich sein, um ein hartes Vorgehen gegen innenpolitische Gegner zu rechtfertigen.

    Beide U-Bahn-Attentäter hingerichtet

    Die Bundesregierung kritisierte die Hinrichtung der beiden Männer scharf. Dies unterstreiche "die Unmenschlichkeit, mit der Weißrussland regiert wird", erklärte der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning (FDP). Lukaschenko sei "ein Diktator ohne Herz und ohne Gnade". Die Geständnisse seien "unter Folter zustande gekommen". Auch habe Kowalew sein Geständnis widerrufen und bis zuletzt seine Schuld bestritten.

    Der Chef des Bundeskanzleramtes, Ronald Pofalla (CDU), zeigte sich "zutiefst erschüttert". Es gebe "erhebliche Zweifel an der Rechtstaatlichkeit des Verfahrens und des Urteils", erklärte Pofalla. Lukaschenko entferne sich damit "noch weiter von unseren europäischen Werten".

    Westerwelle kritisiert die Hinrichtung

    Der Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarats, Jean-Claude Mignon, erklärte, er sei "zutiefst schockiert". Die Todesstrafe sei eine "barbarische Praxis, die in einer zivilisierten Gesellschaft keinen Platz hat", erklärte Mignon.

    Nach dem Bekanntwerden der Hinrichtung Kowalews hatten auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) und EU-Außenministerin Catherine Ashton am Samstag die weißrussische Führung scharf kritisiert. Westerwelle bedauerte, dass Lukaschenko "alle internationalen Appelle, das Todesurteil nicht zu vollstrecken, ignoriert hat". Ashton erklärte, die EU lehne die Todesstrafe "unter allen Umständen" als grausam und unmenschlich ab.

    Metro-Attentäter von Minsk hingerichtet

    Unterdessen wurde der frühere weißrussische Präsident Stanislaw Schuschkewitsch nach eigenen Angaben an der Ausreise gehindert. Grenzschützer hätten ihn am Sonntag an der Grenze zu Litauen aus einem Zug geholt. "Offenbar wurde ich auf die Liste mit Reiseverboten gesetzt", sagte Schuschkewitsch, der die Oppposition unterstützt, der Nachrichtenagentur AFP. Regierungsgegner sehen in den Reiseverboten eine Vergeltungsmaßnahme für EU-Sanktionen. Schuschkewitsch hatte Weißrussland von der Unabhängigkeit 1991 bis 1994 geführt. AZ/afp

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