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Nicolas Sarkozy: Müder Machtmensch

Nicolas Sarkozy

Müder Machtmensch

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    Nicolas Sarkozy  Foto: Charles Platiau dpa
    Nicolas Sarkozy Foto: Charles Platiau dpa

    Paris Wird Nicolas Sarkozy amtsmüde? Beginnt er zu ahnen, wie gering seine Chancen sind, bei den französischen Präsidentschaftswahlen in drei Monaten wiedergewählt zu werden? Ein paar Sätze aus einem vertraulichen Gespräch mit Journalisten, die sie dennoch veröffentlichten, lassen aufhorchen. Denn zum ersten Mal spricht Sarkozy selbst von einer möglichen Niederlage. „Dann höre ich auf mit der Politik“, soll er gesagt haben. Er sei schließlich „kein Diktator“.

    Die neue Demut mag Strategie sein oder nicht – das sind überraschende Töne von einem Mann, der seit Jahrzehnten für und durch die Politik lebt, sich bis an die Spitze gekämpft hat, ein Alphatier voller Ehrgeiz und Enthusiasmus, ein unermüdlicher Hyperpräsident. Niemand, wohl nicht einmal die ambitionierte Marine Le Pen, galt bislang versessener darauf, auf Präsident Sarkozy zu folgen, als er selbst, mit einem zweiten Mandat. Dass es für ihn, der morgen 57 Jahre alt wird, auch noch ein anderes Leben fernab der Politik geben könnte, lässt er dabei seit Jahren durchklingen.

    Schon 2005 soll er gesagt haben: „Erst werde ich Präsident, dann Anwalt.“ Die Ex-Staatschefs Bill Clinton und Gerhard Schröder seien seine Vorbilder, auch er wolle „richtig viel Kohle machen“, wird Sarkozy zitiert. Auch schwärmte er von La Dolce Vita an der Seite der Franko-Italienerin Carla Bruni, die ihn vor kurzem nochmals zum Vater gemacht hat. Diese erklärte in einem Interview, was ihr Mann auch mache, sie unterstütze ihn. Seine Beliebtheitswerte verharren im Dauertief, in einer neuen Umfrage hält eine Mehrheit Sarkozys sozialistischen Herausforderer François Hollande in allen Bereichen, ob bei der Bildung oder dem Kampf gegen Arbeitslosigkeit, für kompetenter. Der Verlust der Best-Bonität durch die Rating-Agentur Standard & Poor’s war ein Schlag, der Sarkozys Misserfolge in Sachen Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskraft illustrierte.

    Doch dass er letztlich gar nicht antritt – zugunsten von Außenminister Alain Juppé, einer Größe aus der Ära Chirac – gilt als unwahrscheinlich. Krisen-Situationen liegen Sarkozy. Vertraute versichern, er wolle kämpfen „wie ein Löwe“. Am Sonntag will er bei einer TV-Rede, die fünf Sender gleichzeitig ausstrahlen, Sofortmaßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit und für mehr Wettbewerbsfähigkeit ankündigen.

    Als entscheidungsstarker Präsident wirbt er längst um Wähler – offiziell soll sein Wahlkampf aber frühestens Ende Februar beginnen. Der Präsident habe Wichtigeres zu tun, lautet die Botschaft. Attacken auf die Kandidaten überlässt er Premierminister François Fillon.

    Der Präsident ist angezählt, geschlagen ist er nicht

    Das Regierungslager versucht, Angriffe von Hollande zu kontern. Dieser geißelte die Finanzwelt und kritisierte den Präsidenten in einer sehr persönlichen Rede. „Ich liebe Menschen, während andere fasziniert vom Geld sind“, erklärte er. Der „Monsieur Normal“, der bislang zögerlich und unsicher wirkte, gab sich offensiv wie nie. Er weiß, dass Sarkozy angezählt ist. Aber längst nicht geschlagen.

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