Der Internationale Strafgerichtshof hat eine neue Chefanklägerin: Die Juristin Fatou Bensouda aus dem westafrikanischen Gambia wurde am Montag zur Nachfolgerin des Argentiniers Luis Moreno-Ocampo gewählt. Über die Personalie befanden die 119 Staaten, die dem Vertrag über das Völkerstrafrecht beigetreten sind, am Sitz der Vereinten Nationen in New York. Der „Weltstrafgerichtshof“ hat seinen Sitz in Den Haag und verfolgt Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Die 1961 geborene Bensouda war seit 2004 Vize-Anklägerin des Tribunals. Zuvor brachte sie es in ihrem Heimatland bis zur Justizministerin. Als 2002 der Internationale Strafgerichtshof für Ruanda eingerichtet wurde, wechselte sie zunächst als Rechtsberaterin nach Den Haag. Der Internationale Strafgerichtshof ist zuständig, wenn schwere Straftaten nicht auf nationaler Ebene geahndet werden können.
Zudem kann der UN-Sicherheitsrat dem Gerichtshof in Einzelfällen das Mandat zur Strafverfolgung erteilen, wenn das betreffende Land den Strafgerichtshof nicht anerkennt. Als erster ehemaliger Staatschef war vor wenigen Tagen der frühere Präsident der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, dem Strafgerichtshof vorgeführt worden. Er ist wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt. Ob die Beweismittel einen Prozess rechtfertigen, will das Gericht im kommenden Jahr entscheiden. (dpa)