Startseite
Icon Pfeil nach unten
Politik
Icon Pfeil nach unten

US-Vorwahlen: Romney gewinnt Florida, Gingrich bleibt am Ball

US-Vorwahlen

Romney gewinnt Florida, Gingrich bleibt am Ball

  • |
  • |
  • |
    Mitt Romney erzielte hat bei den Republikaner-Vorwahlen in Florida rund 46 Prozent der Stimmen.
    Mitt Romney erzielte hat bei den Republikaner-Vorwahlen in Florida rund 46 Prozent der Stimmen. Foto: dpa

    Das Establishment der Republikaner kann wieder ruhiger schlafen. Immerhin gilt ihm Mitt Romney als der aussichtsreichste Herausforderer von Barack Obama. Romneys Rivale Newt  Gingrich, der für einen Moment die Oberhand zu gewinnen glaubte,  steht nun eine Durststrecke bei den nächsten Vorwahlen im Februar  bevor. Aufgeben will der Ex-Chef des Repräsentantenhaus aber noch  lange nicht.

    Romney erhielt nach Auszählung fast aller Stimmen in Florida 46  Prozent, Gingrich lediglich 32 Prozent. Vor gut einer Woche hatte  Gingrich im Sunshine State in Umfragen noch vorne gelegen,  beflügelt von seinem Sieg bei den Vorwahlen in South Carolina.  Romney, der sich über Jahre eine mächtige Wahlkampfmaschine  aufgebaut hat, schien plötzlich besiegbar - und schlug mit seiner  ganzen finanziellen Feuerkraft zurück.

    Romney gab 15 Millionen Dollar aus

    Mehr als 15 Millionen Dollar (11,5 Millionen Euro) gaben der  Multimillionär und seine Verbündeten für Wahlwerbung in Florida aus  - vier Mal soviel wie das Gingrich-Lager. Viele der Spots rückten  Gingrich in ein äußerst schlechtes Licht, stellten ihn wegen eines  lukrativen Beratervertrages mit dem Immobilienfinanzierer Freddie  Mac als Profiteur der Krise auf dem Häusermarkt dar und erinnerten  an seinen Verstoß gegen Ethikrichtlinien des Kongresses Ende der  90er Jahre. Dabei rückten zeitgleich die Themen in den Hintergrund,  bei denen Romney in Erklärungsnot geraten war, etwa sein niedriger  Steuersatz.

    Romney sprach vor jubelnden Anhängern am Wahlabend von einem  "großartigen Sieg", seinem zweiten Vorwahl-Erfolg nach New  Hampshire. Der Triumph in Florida ist für den Ex-Gouverneur von  Massachusetts dabei viel wichtiger - weniger wegen der 50  Delegiertenstimmen, die er für den Nominierungsparteitag Ende  August einstreicht, sondern wegen der Größe und Vielfältigkeit des  Staates. Die 19 Millionen Einwohner sind ein ziemlich gutes Abbild  der Gesamtbevölkerung der USA. "Wenn man Florida gewinnt, kann man  das Weiße Haus gewinnen", sagt Politikprofessorin Susan MacManus  von der University of South Florida.

     Noch müssten 46 Bundesstaaten ihre Entscheidung treffen, sagt Gingrich

    Den Umkehrschluss, dass nur der Gewinner in Florida auch der  Kandidat der Republikaner werden könne, will Gingrich nicht gelten  lassen. Noch müssten 46 Bundesstaaten ihre Entscheidung treffen,  sagte er bei seiner mäßig besuchten Wahlparty in Orlando. "Wir  werden überall antreten und wir werden gewinnen." Dabei setzt der  68-jährige Polit-Veteran auf knallharte Polarisierung: Während er  Romney als "Moderaten aus Massachusetts" schmäht, zeichnet Gingrich  von sich selbst das Bild des ehrlichen und grundsoliden  Konservativen.

    In der Tat muss Romney erst noch unter Beweis stellen, dass er  in den erzkonservativen Südstaaten die republikanischen Stammwähler  mobilisieren kann. Politikprofessor Michael Traugott von der  University of Michigan hält es aber dennoch für unwahrscheinlich,  dass Gingrich noch einmal zurückkommt. Der Ex-Chef des  Repräsentantenhauses habe sich mit seinem Verhalten in den  vergangenen Tagen auf den Weg der "Selbstzerstörung" begeben. Mit  markanten Vorschlägen wie einer dauerhaften US-Basis auf dem Mond  habe er kurzfristig auf Stimmen geschielt, langfristig werde dies  aber seiner Glaubwürdigkeit schaden.

    Dazu kommt, dass die Vorwahlen im Februar auf Romney  zugeschnitten sind. Von den sieben Staaten, in denen abgestimmt  wird, hatte der Ex-Gouverneur fünf schon bei seiner erfolglosen  Bewerbung 2008 gewonnen. In Nevada dürften bereits am Samstag die  dort stark vertretenen Mormonen ihren Glaubensbruder Romney zum  Sieg tragen. Und auch im liberalen Maine kommt er deutlich besser  an als Gingrich. Bei den meisten Vorwahlen werden die Delegierten  aber proportional nach dem Ergebnis verteilt. Sollte Gingrich auch  bei weiteren Niederlagen stur im Rennen bleiben, droht den  Republikanern ein zäher Nominierungsprozess.

    Lachender Dritter bei den Vorwahlen ist Obama

    "Lachender Dritter" des Republikanerrennens ist Obama. Er dürfte von den Tiefschlägen profitieren, die sich die Republikaner immer häufiger gegenseitig zufügen. Seit Wochen hat die Auseinandersetzung an Härte zugenommen. Gingrich etwa warf Romney immer wieder dessen frühere Tätigkeit als Unternehmerberater vor, bei der er Firmen stillgelegt, Jobs vernichtet und dabei selbst Millionen verdient habe.

    Das Weiße Haus bereitet sich bereits seit Monaten auf Romney als wahrscheinlichsten Gegner bei der Präsidentenwahl am 6. November vor. Umfragen zufolge dürften sich Obama und Romney ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden