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Kommandoaktion der USA in Pakistan: Seebestattung für Osama bin Laden

Kommandoaktion der USA in Pakistan

Seebestattung für Osama bin Laden

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    Pakistanische Fernsehsender haben eine Leiche gezeigt, bei der es sich um Osama bin Laden handeln soll.
    Pakistanische Fernsehsender haben eine Leiche gezeigt, bei der es sich um Osama bin Laden handeln soll. Foto: Rehan Khan

    Die Leiche des durch ein  US-Spezialkommando in Pakistan getöteten Al Kaida-Chefs Osama bin Laden ist laut US-Fernsehberichten beigesetzt worden. Bin  Ladens Leiche sei im Einklang mit den muslimischen Traditionen im  Meer bestattet worden, berichteten die TV-Sender CNN und MSNBC am  Montag. US-Regierungsvertreter waren zunächst nicht für eine  Stellungnahme erreichbar.

    Zuvor hatte ein ranghoher US-Regierungsvertreter gesagt, die USA würden dafür Sorge tragen, dass bin Ladens Leiche "im Einklang mit den muslimischen Praktiken  und Traditionen behandelt" werde. "Das ist etwas, das wir sehr  ernst nehmen."

    Strenge Regeln für Bestattung von Muslimen

    Die Bestattung von Muslimen erfolgt nach strengen Regeln. Sie soll nach Angaben der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen innerhalb von 24 Stunden nach dem Tod stattfinden. Vorgeschrieben ist demnach eine rituelle Waschung des vollständig entkleideten Leichnams. Dieser soll von muslimischen Männern auf den Schultern zum Grab getragen werden. Möglich ist auch eine fahrbare Bahre, die von verschiedenen Menschen abwechselnd gezogen wird.

    Reaktionen auf den Tod von Osama bin Laden

    Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich erleichtert über den Tod von El Kaida-Chef Osama Bin Laden geäußert. Bin Laden sei verantwortlich gewesen für den Tod tausender unschuldiger Menschen. «In seinem direkten Auftrag und in seinem Namen wurde der Terror in viele Länder getragen, er richtet sich gegen Männer, Frauen und Kinder, Christen wie Muslime», erklärte die CDU-Politikerin nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert.

    Außenminister Guido Westerwelle hat den Tod des El Kaida-Chefs Osama bin Laden in Pakistan begrüßt. «Dass diesem Terroristen sein blutiges Handwerk gelegt werden konnte, ist eine gute Nachricht für alle friedliebenden und freiheitlich denkenden Menschen in der Welt», sagte der FDP-Politiker am Montag in Berlin. Bin Laden sei einer der «brutalsten Terroristen der Welt» gewesen, der das Leben von mehreren tausend Menschen auf dem Gewissen habe.

    CSU-Chef Horst Seehofer hat sich erleichtert über die Tötung von El Kaida-Chef Osama bin Laden durch US-Spezialeinheiten gezeigt. «Bei mir war es auf jeden Fall ein Gefühl der Freude», sagte Seehofer in München vor einer CSU-Vorstandssitzung. Es sei schön, dass den Amerikanern «der entscheidende Schlag» gelungen sei. «Das ist auf jeden Fall ein schöner Erfolg für die Gerechtigkeit», fügte er hinzu.

    Die Erschießung Osama bin Ladens durch US-Kommandos ist nach Auffassung des Vatikans kein Grund für Freudenfeiern. Vielmehr sei zu hoffen, dass der Tod des El Kaida-Chefs mehr Frieden als Hass bringen werde, sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi in Rom. «Ein Christ sollte niemals den Tod eines Menschen begrüßen», so Lombardi. Bin Laden habe schwere Verantwortung auf sich genommen, indem er Spaltung und Hass verbreitet habe. Das habe zum Tod zahlloser Menschen geführt, wobei die Differenzen zwischen den Religionen ausgenutzt worden seien, um diese Ziele zu erreichen.

    Der pakistanische Premierminister Yousuf Reza Gilani hat die Tötung von El Kaida-Chef Osama bin Laden als «großen Sieg» bezeichnet. «Wir werden nicht zulassen, dass unser Boden als Ausgangspunkt für terroristische Angriffe auf andere Länder genutzt wird», sagte Gilani am Montag der Nachrichtenagentur AFP. «Deshalb denke ich, dass es ein großer Sieg ist, es ist ein Erfolg, und ich gratuliere zu dem Erfolg dieses Einsatzes.»

    Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat den Vereinigten Staaten zum Tod Osama bin Ladens gratuliert. Israel teile die Gefühle der Amerikaner «an diesem historischen Tag», sagte Netanjahu in seinem Statement. Er beglückwünschte US-Präsident Barack Obama und die amerikanischen Soldaten, die an der Operation beteiligt waren. «Das ist ein Sieg, ein überwältigender Sieg für die Gerechtigkeit, für die Freiheit, für die Werte aller demokratischen Nationen, die entschlossen und Seite an Seite gegen den Terrorismus kämpfen», sagte er.

    Großbritanniens Premierminister David Cameron hat den Tod von Terrorführer Osama bin Landen begrüßt. «Diese Nachricht ist sehr willkommen in unserem ganzen Land», sagte Cameron in einer Fernsehbotschaft. «Natürlich bedeutet dies nicht das Ende der Bedrohung durch extremistischen Terror», betonte er. Großbritannien müsse in den nächsten Wochen besonders wachsam sein. «Aber es ist, so glaube ich, ein riesiger Schritt nach vorn.»

    Die ungarische EU-Ratspräsidentschaft hat die Tötung des El Kaida-Chefs Osama bin Laden als «gute Nachricht» bezeichnet, zugleich aber vor einer fortbestehenden Bedrohung durch den Terrorismus gewarnt. Die US-Regierung habe mit der Tötung bin Ladens einen «bedeutenden Erfolg» erzielt, «aber das bedeutet nicht das Ende des Kampfes gegen den Terrorismus», sagte der ungarische Außenminister Janos Martonyi dem ungarischen Radiosender MR. «Das Wichtige ist nun, die Reaktion der muslimischen Welt zu beobachten, wie die Länder inmitten des Wandels reagieren, zu sehen, ob diese Länder den Weg der Radikalisierung wählen oder einen moderaten Weg.» Es sei «eine gute Nachricht», dass «einer der größten Feinde unserer Zivilisation nicht mehr da ist», sagte Martonyi. «Aber wir müssen auf diese neue Situation vorbereitet sein.» Ungarn hat derzeit turnusmäßig den Ratsvorsitz der Europäischen Union inne.

    Das französische Präsidialamt sieht im Tod von Osama bin Laden ein «großes Ereignis im weltweiten Kampf gegen den Terrorismus». Frankreich würdige die Beharrlichkeit der USA, erklärte der Elyséepalast. Das Ende des Chefs von El Kaida bedeute aber nicht auch das Ende des Terrornetzwerkes selbst. Der Kampf müsse ohne Unterbrechung weitergeführt werden. Auch Außenminister Alain Juppé warnte, dass die Gefahr von Anschlägen bestehen bleibe. «Der Kampf ist sicher noch nicht vorbei gegen die größte aller Feigheiten, den Angriff auf Unschuldige», sagte Juppé im Hörfunk. Den Tod Bin Ladens bezeichnete er als «Sieg aller Demokratien, die gegen diese schreckliche Geißel des Terrorismus kämpfen».

    Der italienische Außenminister Franco Frattini feiert den Tod des El Kaida-Chefs Osama bin Laden als einen «großen Sieg für die USA und für die ganze internationale Gemeinschaft» im Kampf gegen den Terrorismus. Es sei ein Sieg der freien und demokratischen Welt über das Böse, erklärte Frattini in Rom. Zwar dürfe man in der Wachsamkeit im Kampf gegen den Terror nicht nachlassen. «Doch ist es nun möglich, mit größerem Vertrauen in die Zukunft zu sehen». Auch Verteidigungschef Ignazio La Russa begrüßte den Erfolg Washingtons, der eine Warnung an jedewede Form des Terrorismus sei.

    Die indische Regierung hat die Tötung von El Kaida-Chef Osama bin Laden in Pakistan als Meilenstein im Kampf gegen den Terrorismus gewürdigt. Gleichzeitig äußerte Innenminister Palaniappan Chidambaram Besorgnis. Dass der Topterrorist «tief im Inneren» Pakistans getötet worden sei, bestätige Indiens Befürchtungen, dass Terroristen unterschiedlicher Organisationen Zuflucht in dem Nachbarland fänden, sagte er in Neu Delhi.

    Der afghanische Präsident Hamid Karsai rief nach dem Tod von Osama bin Laden die radikalislamischen Taliban in seinem Land auf, ihren Kampf zu beenden. «Wir appellieren an die Taliban, aus dem gestern Geschehenen zu lernen und den Kampf einzustellen», sagte Karsai. «Talib, kommt in Eurer Land und beendet den Kampf, und legt die Waffen nieder, die Ausländer auf Eure Schultern gelegt haben.» Zuvor hatte Karsai gesagt, die Ursprungsorte des Terrorismus befänden sich nicht in Afghanistan.

    Der polnische Präsident Bronislaw Komorowski hat den Tod des El Kaida-Chefs Osama bin Laden als eine Warnung an alle Terroristen bezeichnet. «Diese Warnung lautet: Jeder, der die Weltordnung bedroht hat, wird - auch nach Ablauf von zehn Jahren - gerecht bestraft», sagte Komorowski in Rom nach Angaben der polnischen Nachrichtenagentur PAP. Heute sei Bin Laden bestraft worden, jeder Terrorist werde das lange in Erinnerung behalten, betonte Polens Staatsoberhaupt.

    Der Leichnam soll in weißen Tüchern bestattet werden und bei einer Erdbestattung im Grab auf der rechten Körperseite liegen. Er muss in Richtung Mekka blicken. Das Grab soll so schlicht wie möglich gestaltet werden und darf zeitlich nicht befristet sein. dapd/afp/AZ

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