Terrorismus: Selbstmordanschlag im Jemen: Fast 100 Tote
Terrorismus
Selbstmordanschlag im Jemen: Fast 100 Tote
Bei einem Selbstmordanschlag im Jemen sind fast 100 Menschen ums Leben gekommen. Ein Attentäter sprengte sich bei einer Übung für eine Militärparade in die Luft.
27.10.19 - aktualisiert:
|
|
|
Bei einem Selbstmordanschlag im Jemen sind fast 100 Menschen ums Leben gekommen. Foto: dpa
Am heutigen Montag hat sich ein Selbstmordattentäter in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa in die Luft gesprengt und dabei nach Militärangaben mindestens 96 Menschen mit in den Tod gerissen. Fast 300 weitere wurden bei dem Anschlag auf die jemenitische Armee verletzt. Bei dem Attentäter handelt es sich um einen Soldaten, der den Sprengsatz inmitten seiner Kameraden zündete. Sie trainierten gerade für eine Militärparade zum 22. Jahrestag der Vereinigung des sozialistischen Süd-Jemen. Obwohl zunächst kein Bekennerschreiben vorlag, geht die Armee im Jemen derzeit massiv gegen Al-Kaida-Kämpfer vor.
Verteidigungsminister und Generalstabschef unverletzt
Karte Selbstmordanschlag in Sanaa; Querformat 90 x 55 mm; Redaktion: S. Tanke; Grafik: A. SchäferFoto: dpa-infografik GmbH
Wie die zuständigen Behörden mitteilten, waren Verteidigungsminister Mohammed Nasser Achmed und Generalstabschef Achmed Ali al-Aschwal zum Zeitpunkt des Anschlags zwar vor Ort, blieben jedoch unverletzt. Nach Aussagen eines Militärsprechers sind unter den Toten ausnahmslos Soldaten. Den Rettungskräften bot sich ein Bild des Schreckens: Überall am Tatort lagen zerfetzte Leichen, die Toten und Verletzten wurden von Dutzenden Krankenwagen in Krankenhäuser gebracht. In den Sabiin-Platz, auf dem die Parade stattfinden sollte, wurde durch die Detonation ein tiefer Krater gerissen.
Schwerster Anschlag seit Februar
Seit dem Amtsantritt von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi im Februar handelt es sich bei dem Vorfall um den schlimmsten Anschlag im Jemen. Hadi hatte angekündigt, gegen die im Jemen aktiven Rebellen der Terrororganisation Al-Kaida mit aller Härte durchzugreifen. Dies äußert sich in einem verschärften Vorgehen der jemenitischen Armee gegen Al-Kaida-Kämpfer im Süden des Landes. Innerhalb von anderthalb Wochen wurden nach Zählung der Nachrichtenagentur AFP über 200 Menschen getötet.
Al-Kaida-Kämpfer versuchen, Macht auszubauen
Al-Kaida-Kämpfer hatten das Chaos im Zuge der mit der schwachen Zentralregierung verbundenen monatelangen Proteste gegen den damaligen Präsidenten Ali Abdallah Saleh genutzt und mehrere Städte erobert. Auf der für Dienstag geplanten Prarade sollte Präsident Hadi eine Rede halten. Ob die Parade trotz des Anschlags stattfinden wird, ist bislang unklar. AFP/AZ